Diabetes einfach erklärt

Diabetes einfach erklärt

Transkript

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00:00:00: Intro

00:00:06: Barbara Müller: Manche Frauen sagen zu mir, sie fühlen sich unten trocken wie die Wüste Gobi. Aber keine Sorge, auch da wächst wieder was, wenn man regelmäßig gießt. Hallo ihr Lieben! Ich bin Barbara Müller, Diabetesberaterin DDG mit Herz, Humor und manchmal auch mit Themen, bei denen andere lieber rot anlaufen. Heute geht es um ein Thema, das viele Frauen betrifft, aber kaum jemand anspricht.

00:00:43: Barbara Müller: Und nein, es geht nicht um trockenen Kuchen beim Sonntagskaffee. Wir reden heute über Scheidentrockenheit. Und bevor ihr jetzt denkt, oh nein, das ist ja peinlich, bleibt drücksitzen, lehnt euch gemütlich zurück. Wir reden nicht schlüpfrig, sondern ganz ehrlich, medizinisch fundiert und natürlich mit einem Augenzwinkern.

00:01:15: Barbara Müller: Ich sag's immer so, wenn's im Bett knirscht, liegt das nicht an der Bettwäsche. Neulich kam Melanie zu mir in die Sprechstunde. Ich kenne sie schon viele Jahre. Seit ihrer Jugend begleitet sie mich als Typ-1-Diabetikerin. Diesmal war sie ungewöhnlich still und dann sagte sie: „Barbara, ich habe da ein Problem, über das ich mit niemandem reden kann.“

00:01:48: Barbara Müller: Ich lächle sie an, nehme mir Zeit und sage: „Komm Melanie, raus damit. Du weißt, hier bei mir darf man alles sagen.“ Sie atmet ganz tief durch und flüstert: „Ich habe Schmerzen beim Geschlechtsverkehr. Meine Scheide ist einfach zu trocken. Mein Freund denkt, ich will ihn nicht mehr.“ Ich merke sofort, das ist ernst, aber nicht ungewöhnlich.

00:02:23: Barbara Müller: Melanie beschreibt, dass sie ständig Jucken und Brennen spürt. „Meine Scheide ist so trocken wie die Wüste Gobi“, sagt sie. Und ich dachte, das könnte glatt der Titel meiner nächsten Schulung werden. Viele Frauen mit Diabetes kennen dieses Problem. Besonders wenn die Zuckerwerte früher über längere Zeit nicht optimal eingestellt waren oder heute schlecht sind.

00:02:53: Barbara Müller: Denn hoher Blutzucker wirkt sich auf die Durchblutung und die Nerven aus. Und ja, man glaubt es nicht, auch im Intimbereich. Wenn dann noch die Wechseljahre dazukommen, die Hormone schwanken, ist das Ganze eine doppelte Herausforderung. Melanie, was ganz wichtig ist: Du brauchst so schnell wie möglich einen Termin bei deiner Gynäkologin.

00:03:23: Barbara Müller: Das ist die Fachfrau, die berät dich und weiß auch ganz genau, was du für eine Behandlung brauchst. „Was passiert denn im Körper?“, fragt Melanie. Melanie, das Hormon Östrogen spielt eine ganz wichtige Rolle im Körper der Frau. Es sorgt dafür, dass die Schleimhäute gut durchblutet, elastisch und feucht bleiben.

00:03:51: Barbara Müller: Wenn der Östrogenspiegel sinkt, etwa in den Wechseljahren oder bei hormonellen Veränderungen, zum Beispiel Pille, wird die Schleimhaut dünner, empfindlicher und trockener. Und bei Frauen mit Diabetes kommt hinzu, dass Zucker die Gefäße schädigt. Dadurch wird die Schleimhaut schlechter versorgt. Das Ergebnis: Es kommt zu Reizungen, zu Brennen und natürlich auch Schmerzen beim Geschlechtsverkehr.

00:04:24: Barbara Müller: Und es ist klar, wenn man Schmerzen hat, hat man auch weniger Lust. Ich sage ihr: „Melanie, du bist kein Einzelfall. Das betrifft viele Frauen. Sie trauen sich nur nicht, darüber zu reden.“ Zum Glück, Melanie, gibt es Lösungen. Ich erkläre ihr, dass es hormonfreie Feuchtigkeitsgele gibt, die man regelmäßig anwenden kann.

00:04:52: Barbara Müller: Und bei stärkerer Trockenheit gibt es auch lokale Östrogencremes, die direkt an der Schleimhaut wirken. Das soll sie mit ihrer Frauenärztin besprechen. Dazu sage ich immer: Wenn die Wüste Gobi wieder zur Oase werden soll, braucht es keine Wunder, nur die richtige Pflege. Und natürlich, Melanie, Gleitmittel auf Wasserbasis gehören ab jetzt genauso selbstverständlich ins Badezimmer wie deine Zahnbürste.

00:05:27: Barbara Müller: Jetzt muss Melanie doch mal lachen. „Also Barbara, du bist die Einzige, die sowas so charmant sagen kann.“ Ja, Melanie, der Diabetes spielt immer mit. Heute hat Melanie ihren Diabetes gut im Griff. Sie trägt eine Insulinpumpe. Der HbA1c, der Blutzucker-Langzeitwert, ist super. Und sie sagt selbst: „Ich fühle mich wieder wie ich, nur ein bisschen besser.“

00:05:59: Barbara Müller: Eingestellt. Und das ist wichtig, denn eine stabile Blutzuckereinstellung verbessert die Durchblutung und die Nervenfunktion und damit auch das Wohlgefühl. Ich sage es immer so: Gute Werte machen nicht nur die Ärztin und die Diabetesberaterin glücklich, sondern auch die Schleimhaut. Und Melanie und ihre Pläne.

00:06:28: Barbara Müller: Melanie plant, Mama zu werden. Sie ist optimal eingestellt. Sie sagt zu mir: „Ich habe Angst, ob das überhaupt geht mit dem Diabetes.“ Na klar, Melanie, wenn du gut eingestellt bist, ist das kein Problem. Und denk immer dran, Melanie, du hast mich. Sie strahlt. Dann kann ja bald die Zuckerfamilie wachsen. Ich liebe solche Gespräche, weil sie zeigen, dass Diabetes viel mehr ist als nur Blutzuckermessen.

00:07:05: Barbara Müller: Es geht um Lebensqualität. Es geht aber auch um Nähe. Und das Gefühl, Frau zu sein, auch mit einer chronischen Erkrankung. Melanie hat Mut gezeigt und Humor. Und ich finde, genau das ist die richtige Therapie. Am Ende sagt Melanie zu mir: „Barbara, danke. Du hast geschafft, dass ich sogar über das da unten lachen kann.“

00:07:39: Barbara Müller: Ich lächle und sage: „Na siehst du, Melanie, das ist Medizin mit Herz, Humor und Feuchtigkeit auf Rezept.“ Also, meine Lieben, wenn's mal trocken wird im Leben, denkt an mich und meine Gießkanne der Zuversicht. Bis zum nächsten Mal, eure Barbara Müller mit Herz, Humor und einem gut geölten Mikrofon. Eine Bitte habe ich noch an euch.

00:08:12: Barbara Müller: Wenn ihr mich unterstützen wollt, bewertet den Podcast und empfiehlt ihn weiter. Alles Liebe, Barbara.