Diabetes einfach erklärt

Diabetes einfach erklärt

Transkript

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00:00:00: Der HOMA-Index ist wie ein Frühwarnsystem. Wer ihn versteht, kann auf die Bremse treten bevor der Zucker das Steuer übernimmt. Und Schlaf ist die süßeste Art, Insulin glücklich zu machen Hallo ihr Lieben ich bin Barbara Müller, Diabetesberaterin DDG mit ganz viel Herz und einem Faible dafür, komplizierte Dinge so zu erklären, dass sogar der Schweinehund nickt Heute geht es um ein Thema, das viel neu ist, aber unheimlich wichtig.

Der HOMA-Index und was der mit der Insulinresistenz Müdigkeit und der Bauchspeicheldrüse zu tun hat. Und natürlich darf eine meiner Patientinnen nicht: fehlen. Heute die wunderbare Aileen. Aileen und der Homa-Moment. Aileen ist 38 Jahre alt, arbeitet als Innenarchitektin, liebt Cappuccino und Muffins am liebsten gleichzeitig. Sie ist schlank im Kopf, aber ein bisschen rund um die Hüften, wie sie selbst sagt. Als sie zu mir kommt, ist sie erschöpft ganz müde und auch völlig genervt. Barbara, ich mache doch gar nichts Schlimmes, aber mein Zucker spinnt. Meine Hausärztin Barbara, das ist eine ganz gewissenhafte. Und die hat schon angedeutet Da stimmt was mit dem Insulin nicht.

Und schwupps kommt der HOMA-Index ins Spiel. Was ist der HOMA-Index eigentlich?: Ich erklär's, Aileen, mit einem Augenzwinkern. Der HOMA-Index ist wie ein kleiner Detektiv. Der schaut. Ob deine Bauchspeicheldrüse noch fleißig arbeitet oder schon im Büro die Füße hochgelegt hat. Er zeigt, wie empfindlich der Körper auf Insulin reagiert. Also wie gut der Zucker aus deinem Blut in die Zellen gelangt. Einfach gesagt, wenn der HOMA-Index niedrig ist, ist alles gut. Dein Körper arbeitet effizient Wenn er hoch ist, dann hat dein Körper zwar Insulin aber die Zellen machen die Tür nicht mehr richtig auf. Ich sage immer, das ist wie ein Türsteher, der das Insulin nicht mehr reinlässt und der Zucker bleibt draußen vor der Diskothek.

Was bedeutet das: für Aileen Ihr Laborwert zeigt HOMA-Index 4,5, also deutlich zu hoch. Das heißt, Ihre Zellen sind resistent, heißt unempfindlich, gegen Insulin. Und was passiert? Die Bauchspeicheldrüse schiebt Überstunden, produziert Insulin wie am Fließband, aber es kommt nicht mehr richtig an. Eileen guckt mich ganz entsetzt an.

Heißt es, ich habe jetzt Diabetes? Nein ich beruhige sie. Noch nicht, aber dein Körper steht schon in der Warteschlange Ja und was hilft? Jetzt wird es praktisch. Wir reden über Ernährung über Bewegung und Stress. Ich sage, dein Körper braucht jetzt weniger Zucker, er braucht mehr Gemüse und Bewegung: die den Stoffwechsel wieder wach küsst Aileen schaut mich an. Heißt das, ich soll jetzt joggen? Nein Aileen, du sollst anfangen und aufhören Ausreden zu erfinden. Wir machen einen Plan. Weniger Zucker, weniger Weißmehl, mehr Eiweiß, viele Ballaststoffe und vor allen Dingen regelmäßige Bewegung. Und ganz wichtig, Aileen, Schlaf. Denn Schlafmangel erhöht die Insulinresistenz.

Warum Schlafmangel die Insulinresistenz fördert, erkläre ich einfach. Ich schaue Aline an und sie sagt, Barbara, ich schlafe ja kaum noch. Das Leben ist doch viel zu kurz, um früh ins Bett zu gehen. Ich lache und sage, Aileen, dein Körper sieht das anders. Der will nämlich nachts: in die Werkstatt. Wenn wir schlafen, repariert sich unser Körper. Die Zellen die tanken Energie und das Insulin Unser Zuckerschlüssel kann dann auch viel besser wirken. Aber wenn wir zu wenig schlafen, dann ist das wie eine übermüdete Bäckerei. So musst du dir das vorstellen. Keiner hat Lust, Brötchen zu backen. Und das Insulin bekommt keine Chance, seine Arbeit zu tun.

Medizinisch heißt das, Schlafmangel führt dazu, dass der Körper mehr Stresshormone wie zum Beispiel Cortisol und Adrenalin ausschüttet. Die machen wach aber sie blockieren das Insulin. Das sind die Gegenspiele. Und das bedeutet, der Zucker bleibt im Blut, statt in die Zellen zu wandeln. Gleichzeitig: wird Mäkrelin das Hungerhormon ausgeschüttet und weniger Leptin das Sattmacherhormon. Also, kurz gesagt, Eileen, weniger Schlaf ... Mehr Hunger, mehr Zucker, mehr Frust und Aline mehr Kilos. Wenn du also glaubst du nimmst ab, weil du wach bleibst dann irrst du. Dein Körper denkt nur, aha, wieder keine Nachtpause Dann bunkern wir lieber Zucker und Kalorien. Darum sage ich immer, wer schläft Aileen, sündigt nicht.

Zumindest nicht mit Schokolade. Ich fasse es, Aileen und euch, noch mal ganz einfach zusammen. Wenn der HOMA-Index fällt, passieren gleich mehrere kleine Wunde im Körper. Der Stoffwechsel läuft wie der: Runde. Die Bauchspeicheldrüse wird entlastet, die Insulinmenge sinkt das Abnehmen fällt plötzlich leichter. Vor allen Dingen haben die Organe weniger Stress und das Risiko für dein Herz-Gehirn-Gefäße wird fast so niedrig wie bei einem Menschen ohne Insulinresistenz. Kurz gesagt, ein niedriger HOMA-Index bedeutet ein längeres, gesünderes Leben. Und das ist doch ein wunderbares Ziel, oder? Ich hoffe, euch hat Eilins kleine Geschichte gefallen.

Denkt dran, manchmal ist unser Körper klüger als wir glauben. Man muss nur hinhören Und wenn der Zucker mal wieder zickt, einfach tief durchatmen, ein Glas Wasser: trinken und dem Schweinehund freundlich aber bestimmt vom Sofa scheuchen. Ich sag euch für heute Tschüss bleibt leicht im Herzen und wach im Kopf, eure Barbara Müller, mit Herz, Humor und gesundem Menschenverstand. Eine Bitte habe ich noch an euch. Wenn ihr mich unterstützen wollt, bewertet den Podcast und empfehlt ihn weiter. Alles Liebe und Tschüss Barbara.