Barbara Müller: Manchmal ist gute Beratung nicht die richtige Antwort zu kämmen, sondern den Menschen zu helfen, ihre eigene, sichere Antwort zu finden. Hallo ihr Lieben hier ist wieder eure Barbara Müller, Diabetesberaterin der DG. Und heute möchte ich besonders herzlich alle begrüßen die gerade im Ramadan sind. Sich darauf vorbereiten.
Ich weiß, dass viele von euch aus ganz unterschiedlichen Ländern kommen, unterschiedliche Sprachen sprechen, unterschiedliche Lebenswege haben, aber Uns verbindet etwas der wunsch nach gesundheit nach kraft und nach einem guten leben ramadan ist für viele menschen eine zeit des glaubens der ruhe der gemeinschaft und der inneren stärke und ich möchte heute einfach sagen ich sehe euch alle ich: habe großen respekt vor eurem weg und ich freue mich dass ihr hier zuhört Dieser Podcast ist für alle da, egal woher ihr kommt, welche Sprache ihr zu Hause sprecht oder welchen Glauben ihr lebt. Die Gesundheit gehört uns allen und ich bin dankbar, dass wir hier gemeinsam darüber sprechen können. Heute nehme ich euch mit in eine ganz besondere Situation, die viele von euch kennen und die auch uns als Diabetesberaterin manchmal nachts wach hält. Darf eine 17-Jährige mit Typ 1 Diabetes am Ramadan teilnehmen?
Oder, besser gefragt, soll sie das überhaupt? Ich erzähle die Geschichte von Amira Amira ist 17 Jahre, bildhübsch Seit einem Jahr lebt sie mit Typ 1 Diabetes.: Sie hat ihre Schulung hinter sich spritzt intensiviert, konventionelle Insulintherapie also eine IC-TRE, trägt ein CGM, ist super eingestellt, ist sportlich sie ist sehr diszipliniert aber sie ist auch sehr unsicher. Ich mag Amira sehr gerne und ich glaube, sie mag mich auch. Sie ist eine ganz tolle junge Frau, die trotz allem ihren Lebensweg meistert Sie ist eine tolle Schülerin, aber vor allen Dingen ist sie ein toller Mensch, der sich auch für viele andere Menschen einsetzt. Ihr HbA1c liegt bei 7,6 bzw. 60 Millimol.
Ihr denkt jetzt, warum sagt Barbara, sie ist gut eingestellt. Ich denke, sie macht das ganz gut für das erste Diabetesjahr. Aber sie hat häufig Unterzuckerungen. Sie spürt sie manchmal: recht spät Jetzt steht der Ramadan vor der Tür und Amira sagt, Barbara, ich möchte so gerne beim Ramadan mitmachen. Und da sitzt Barbara nun mit viel Fachwissen im Kopf und ein Herz im Brustkorb und denkt, oh, das wird keine einfache Antwort Ramadan, Typ 1, was bedeutet es denn überhaupt? Für alle, die sich fragen, was ist das Problem? Musik Beim Ramadan wird von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang nichts gegessen und nichts getrunken. Kein Wasser, keine Snacks, keine Notfallkekse. Für Menschen ohne Diabetes schon eine echte Herausforderung. Für jemanden mit Typ 1 ein metabolischer Hochseilakt.
Denn Basalinsulin spritzt sie einmal am Tag. Mahlzeiten fallen stundenlang: weg. Hypoglykämien verschwinden Können schneller kommen also unterzukommen aber viele junge menschen möchten teilhaben aus identität aus gemeinschaft aus spiritualität und das ist zutiefst verständlich das finde ich amiras konkrete situation meine gedanken Pro und kontra pro ramadan sie ist motiviert sie hat ein cgm sie ist geschult sie möchte verantwortung übernehmen und der abr1c ist akzeptabel kontra erst ein jahr Diagnose Typ 1.
Sehr schlank, häufige Hypos, Unterzuckerungen. Sie ist noch sehr unsicher weiß manchmal nicht, was sie machen soll. Sie hat: eine ICT. Die ICT ist weniger flexibel als eine Insulinpumpe. Und was auch noch dazu kommt, 17 Jahre, eine hormonelle Achterbahn inklusive. So, Barbara denkt jetzt, medizinisch gesehen eher nein. Menschlich gesehen, ich verstehe sie total. Ja, die Expertin mit Bauchweh. Was bedeutet Ramadan für den insulinpflichtigen Typ 1? Wenn ein Typ 1 fasten möchte, bedeutet das eine hohe Hypogefahr, vor allen Dingen nachmittags und abends. Basalinsulin weckt weiter, aber keine Kohlenhydrate kommen am Tag.
Weiterer Punkt, Hypa, also hohe Zuckerwerte nachts Großes Fastenpreschen, viel Essen in der Nacht, hoher: Blutzucker, Korrekturen Ein weiterer Punkt, der Flüssigkeitsmangel. Und das sollte man nicht unterschätzen. Die Dehydrierung kann Werte beeinflussen und Ketone beeinflussen die dann eventuell zu einer Ketoacidose führen können, wenn zu wenig Insulin da ist. Strenge Selbstbeobachtung. Das CGM hilft, Amira, aber ersetzt keine Erfahrung. Die religiöse Ausnahme. Im Islam sind Menschen mit chronischen Krankheiten vom Fasten befreit, wenn es gesundheitlich riskant ist. Viele wissen das. Viele fühlen sich trotzdem verpflichtet. Tja, was sagt man als Diabetesberaterin?
Ich bin in der Zwickmühle. Sage ich, nein, auf keinen Fall. Ich beschütze sie medizinisch, aber ich kann auch meine Beziehung zu ihr beschädigen. Oder ich sage: einfach, mach ruhig. Ich respektiere ihren Wunsch, aber das Risiko bleibt. Ich entscheide mich für den Weg Nummer 3. Gemeinsam entscheiden.
Ich sage zu Amira, ich kann nicht pauschal Ja oder Nein sagen, aber ich kann dir helfen, es sicher einzuschätzen. Und dann passiert echte Beratung. Wir analysieren die Hypos. Wir schauen nach dem Basalinsulin. Eventuell pumpentherapie erwägen das geht aber nicht so schnell ramadan testtage machen das finde ich eine gute sache klare abbruchregeln definieren religiöse ausnahmen klären und was ich ein ganz wichtiger punkt finden die familie einbeziehen amira hat eine ganz ganz tolle mama die sie: bestimmt in der situation unterstützen würde Denn es geht nicht darum, ihr etwas zu verbieten, es geht darum, sie zu schützen. Die Pumpenfrage. Amira überlegt ohnehin eine Insulinpumpe was ich auch sehr gut finde und unterstützen würde. Ich denke, mit Pumpe wäre Ramadan deutlich sicherer und einfacher. Warum denn? Eine temporäre Basalreduktion wäre möglich. Man könnte feiner anpassen, schnellere Reaktion auf Hypos, eine bessere Nachtsteuerung.
Vielleicht ist dieser Ramadan noch nicht der richtige, aber der nächste. Eine humorvolle Wahrheit des Tages. Diabetes fragt nicht. Fastest du heute? Diabetes sagt, ich mache trotzdem, was ich will. Und genau deshalb braucht: es Planung statt Hoffnung. Was ich am Ende empfehle, keine pauschale Entscheidung, sondern... Erst sicherheit vor spiritualität probe fastentagen und der beobachtung ich biete ihr an ich helfe ihr gerne sie kann sich melden wir haben beide großes vertrauen ineinander aber auch klare hypo abbruchregeln wichtig dass unsere ärztin mit dem boot ist also die ärztliche rücksprache Eventuell dieses Jahr nur teilweise teilnehme oder symbolisch etwas Gutes tun statt Fasten Denn im Islam zählt auch, die Gesundheit bewahren ist Pflicht.
Ein Abschlussgedanke von mir. Ich sitze nach der Beratung noch kurz da, nachdem Amira gegangen ist. Ich denke an Amira: und ich denke auch an alle Jugendlichen zwischen Identität und Insulin. Und ich weiß, eine gute Diabetesberatung ist manchmal nicht schwarz oder weiß, sondern sehr menschlich dazwischen. Bis dahin bleibt stabil, bleibt neugierig und vergesst nie, der Sensor piept nie aus Langeweile Wenn ihr mich unterstützen wollt, dann bewertet den Podcast bitte und empfehlt ihn beide. Alles Liebe, Barbara.