Diabetes einfach erklärt

Diabetes einfach erklärt

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00:00:00: Intro Barbara Müller: Der beste Schutz für diabetische Füße beginnt mit dem richtigen Schuh. Ein guter Schuh ist für den Fuß das, was Insulin für den Blutzucker ist. Schutz und Balance. Hallo ihr Lieben, hier ist wieder eure Barbara Müller, Diabetesberaterin der DG und heute mit einem Herz für Füße. Bevor wir heute starten möchte ich einmal ganz herzlich Danke sagen.

Ich freue mich wirklich sehr darüber, dass so viele von euch meinen Podcast hören, mir schreiben und die Folgen weiterempfehlen. Das bedeutet mir unglaublich viel. Vielen Dank. Und heute sprechen wir über ein Thema, das viele Menschen mit Diabetes irgendwann betrifft. Füße, die man plötzlich nicht mehr richtig spürt.: Symptome der diabetischen Neuropathie Barbara Müller: Kribbeln, Taubheitsgefühle oder dieses merkwürdige Gefühl, als hätte man Watte unter den Füßen. Viele meiner Patientinnen und Patienten beschreiben genau das. Und genau darum geht es heute in dieser Folge. Und natürlich erzähle ich euch wieder eine kleine Geschichte. Die Geschichte von Erwin. Erwin ist 68 Jahre alt, lebt seit 37 Jahren mit Typ-2-Diabetes, also sozusagen ein Berufsdiabetiker.

Und eines Tages sagt Erwin zu mir einen Satz den ich tatsächlich sehr oft höre. Er sagt, Barbara, meine Füße fühlen sich an, als hätte ich Watte darunter oder als hätte ich etwas in meinem Strumpf. Es ist so ein komisches Gefühl. Aber ich habe gar keine Watte unter dem Fuß und auch habe ich: keinen Fremdkörper im Socken. Erwins Geschichte Barbara Müller: Jetzt zu Erwins Geschichte. Erwin war viele Jahre beruflich viel unterwegs. Der Diabetes, naja, der lief so ein bisschen nebenbei. Mal war er gut eingestellt mal weniger gut. Heute liegt sein HbA1 bei 7,9% bzw. 63 Millimol. Er macht heute eine ICT, eine intensivierte Insulintherapie. Das bedeutet Basalinsulin, Insulin zu den Mahlzeiten und regelmäßige Blutzuckerkontrollen.

Eigentlich also eine gute Therapie Aber der Erwin setzt sie nicht immer optimal um. Manchmal vergisst er es zu spritzen und dann ist sein Blutzucker über mehrere Stunden deutlich zu hoch. Und dann sagt Erwin irgendwann: mal zu mir, Barbara, meine Füße fühlen sich komisch an. Die ersten Symptome. Er beschreibt Dinge wie Kribbeln Taubheitsgefühl, Watte unter den Füßen, manchmal auch ein Brennen. Manchmal fühlt sich für ihn das so an, als würden Ameisen über seine Füße laufen. Besonders schlimm ist es abends im Bett. Dann kann er manchmal gar nicht richtig einschlafen. Und dann sagt er noch etwas Interessantes. Wenn ich über den Teppich laufe, fühlt es sich plötzlich an, als wäre der Teppich dicker geworden. Ich schaue ihn an und sage, Erwin, der Teppich ist nicht dicker geworden. Jetzt, was steckt denn dahinter? Jetzt wird's kurz medizinisch. Was steckt dahinter? Medizinischer Hintergrund

Barbara Müller Das, was Erwin beschreibt, ist: typisch für eine diabetische Polyneuropathie, eine Nervenstörung. Das bedeutet, durch den Diabetes werden Nerven geschädigt. Besonders betroffen sind oft die Nerven in den Füßen und an den Zehen. Dort beginnt es meistens. Häufig breitet sich die Nervenschädigung dann langsam nach oben aus, also Richtung Unterschenkel. Manchmal können später auch die Hände betroffen sein oder auch andere Körperteile. Warum passiert das eigentlich? Wenn der Blutzucker über viele Jahre erhöht ist, passieren mehrere Dinge im Körper. Erstens, zu viel Glucose gelangt in die Nervenzellen. Zweitens dabei entstehen Stoffwechselprodukte, die die Nerven langsam schädigen.

Drittens, auch kleine Blutgefäße, die die Nerven versorgen, werden: geschädigt. Die Folge ist, dass die Nerven nicht mehr so zuverlässig arbeiten wie früher. Typische Symptome, viele Menschen beschreiben sie, kribbeln Taubheitsgefühl, brennen aber auch Schmerzen oder ein vermindertes Gefühl für Temperatur. Viele sagen genau das gleiche wie Erwin, es fühlt sich an, als hätte ich Socken an, auch wenn ich barfuß bin. Warum ist das so gefährlich? Die unsichtbare Gefahr – warum Neuropathie so gefährlich ist

Barbara Müller Die größte Gefahr ist etwas anderes. Wenn die Nerven schlecht erarbeiten, werden Verletzungen oft gar nicht bemerkt Zum Beispiel ein kleiner Stein im Schuh, eine Druckstelle oder eine kleine Wunde. Und wenn man das nicht spürt kann daraus eine große Wunde werden. Auch dann ein diabetischer Fuß. Deshalb ist eine Sache besonders: wichtig, die tägliche Fußkontrolle Ich frage Erwin, Erwin, schaust du jeden Tag deine Füße an? Jetzt schaut er mich an. Dann sagt er, Barbara, ich schaue mir nicht einmal meinen Terminkalender jeden Tag an, geschweige denn meine Füße. Jetzt muss ich aber doch mal lachen. Was wirklich hilft, die wichtigste Therapie ist tatsächlich eine gute Blutzuckereinstellung. Studien zeigen, je stabiler der Blutzucker ist, desto langsamer schreitet die Nervenschädigung voran. Außerdem ganz wichtig, täglich Fußkontrolle, bequeme Schuhe, keine Druckstellen und auch regelmäßige podologische Fußpflege Der Schuhtest mit Erwin

Barbara Müller Der Schuhtest mit Erwin. Er setzt sich hin, schaut mich an und sagt, Barbara, meine Schuhe drücken seit ein paar Tagen. Ja,: Erwin, dann zieh doch andere Schuhe an. Jetzt schaut er mich an und sagt, Barbara, das sind meine besten. Ich schaue auf seine Füße und denke, die Schuhe sehen aus, als hätten sie schon den Zweiten Weltkrieg erlebt. Ich sagte zu Erwin, Erwin, wir machen heute einen Schuh-Test. Er schaut mich skeptisch an. Das ist ja hier wie beim TÜV. Ich sage, fasst Erwin. Der Blick in den Schuh. Ich nehme seinen Schuh und frage Erwin, Erwin, was glaubst du, was ich jetzt mache?

Er überlegt. Ich drehe den Schuh um und taste innen mit der Hand. Ja, und plötzlich finde ich etwas. Einen kleinen Stein. Ich halte ihn hoch. Erwin schaut mich an und sagt. Der war da schon länger drin. Ich bitte Erwin, seine Socken auszuziehen Ich schaue mir die Füße an. Zum Glück ist keine Wunde: entstanden. Nur eine leichte Rötung. Erwin hat Glück gehabt. Das hätte auch anders der ausgehen können. Ich sage zu ihm, Erwin, du hast eine diabetische Polyneuropathie. Das bedeutet, deine Nerven melden nicht mehr zuverlässig, wenn etwas im Schuh drückt. Der Stein hätte eine Wunde machen können. Erwin schaut auf den Stein und sagt, der liegt da bestimmt schon länger drin. Jetzt fängt Erwin an zu lachen, Warum gute Schuhe so wichtig sind

Barbara Müller warum Schuhe so wichtig sind. Bei der diabetischen Polyneuropathie ist das Gefühl in den Füßen vermindert. Das bedeutet, Druck wird schlechter wahrgenommen, Hitze wird schlechter gespürt, Verletzungen bleiben oft unbemerkt. Und wenn ein Schuh zu eng ist, zu hart oder schlecht verarbeitet ist, kann das zu Druckstellen und: zu Wunden führen. Der diabetische Fuß, die größte Gefahr, ist der sogenannte diabetische Fuß. Dabei entstehen durch Druck Verletzungen, Wunden, Infektionen und schlecht heilende Wunden. Deshalb ist Prävention so wichtig. Die wichtigste Schuhregel, ich sage zu Erwin, deine Füße brauchen gute Schuhe. Ein guter Schuh sollte vorne genügend Platz haben, keine harten Nähte besitzen.

Er sollte weich gepolstert sein und stabil sitzen. Auch ein wichtiger Tipp, Erwin, die Schuhe nachmittags kaufen, da sind die Füße dicker. Und ganz wichtig, immer kurz in den Schuh schauen, bevor man ihn anzieht. Erwin schaut mich an und sagt, also erst Schuhkontrolle dann Frühstück Ich sage, genau so machen wir es,: Erwin. Abschluss & Fazit Barbara Müller: Am Ende sagt Erwin zu mir, Barbara, ich habe es verstanden. Meine Füße tragen mich schon mein ganzes Leben. Dann sollte ich mich wohl auch ein bisschen um sie kümmern. Zum Abschluss. Unsere Füße leisten unglaublich viel. Sie tragen uns durch den Alltag, durch die Arbeit, durch Spaziergänge, durch unser ganzes Leben. Und manchmal erinnern sie uns daran, dass wir unserem Körper ein bisschen mehr Aufmerksamkeit schenken sollten. Ich bin eure Barbara Müller und ich sage, gesunde Füße sind ein Stück Lebensqualität. Wenn ihr mich unterstützen wollt, bewertet bitte den Podcast und empfehlt ihn weiter. Ich danke euch und denkt an eure Füße.