Diabetes einfach erklärt

Diabetes einfach erklärt

Transkript

Zurück zur Episode

Barbara Müller: Hoher Blutzucker tut nicht weh, aber er hinterlässt Spuren. Und genau deshalb ist Aufmerksamkeit keine Kontrolle, sondern Selbstfürsorge. Hallo und herzlich willkommen zu Barbaras Schulungsschatzkiste, dem Podcast, der Medizin verständlich macht. Die Schulungsschatzkiste öffnet sich.

Barbara Müller Meine Schulungsgruppe sitzt schon im Raum. Sie unterhalten sich. Ja, sie kennen sich jetzt schon ganz gut. Mein Otto, die Schulungsfigur, hängt am Flipchart. Er wartet schon auf seinen Auftritt, denn heute geht es um etwas ganz Wichtiges. Hallo, alle: miteinander. Zuerst einmal: Gibt es noch eine Frage zur letzten Stunde oder hat jemand eine Frage, die ihm auf der Zunge brennt? Barbara Müller: Und unser Herbert ist mit von der Partie. Er grunzt und begrüßt euch alle ganz herzlich. Ich schaue in die Runde. Erinnert ihr euch noch? Der Zucker geht ins Blut und das Insulin bringt ihn in die Zellen. Otto hängt neben mir am Flipchart. Der Theo, der nickt. "Und wenn das nicht klappt, Barbara, bleibt er im Blut."

Barbara Müller Ja, Theo, du hast recht. Genau. Und genau da beginnt unsere heutige Geschichte. Der Zucker bleibt dann im Blut und macht dann im Körper viele Schäden. Ich nehme ein paar Zuckerwürfel in die Hand: und lege sie an Ottos Gefäße. Zucker schwimmt nicht nur im Blut, er bleibt hängen. Clara schaut genau hin. "Barbara, ist das so wie beim Blutzuckerlangzeitwert, dem HbA1c?" Barbara Müller: Ja, so ähnlich, Clara. Die Gefäße, das große Straßennetz im Körper. Ich fahre mit dem Finger über Ottos Gefäße.

Barbara Müller Eigentlich sind sie glatt. Dann lege ich den Zucker drauf. Aber mit der Zeit werden sie rau, wie bei Schleifpapier. Ich lasse ein Blatt Schleifpapier rundgehen. Reibt mal über eure Haut. Es tut weh und es macht überall Schäden. Genau das: macht der Zucker überall. Ja, ihr Lieben, das ist Schulung mit allen Sinnen. Barbara Müller: Wir fühlen, was der Zucker an den Gefäßen anrichtet. Heinz sagt: "Und wenn die Gefäße rau werden, bleibt alles hängen wie Kalk im Rohr." Ja, Heinz, perfekt hast du das erklärt. Jetzt frage ich noch mal die Gruppe: Was glaubt ihr denn, wo können im Körper Überall Schäden entstehen durch den Diabetes mellitus? Es kommen einige Antworten.

Barbara Müller Theo meint "Barbara, die Augen." Clara "An den Füßen. Meine Mutter hatte auch Zucker und hatte einen diabetischen Fuß." Der Heinz meint "Ich glaub, an den Nieren. Mein Nachbar ist an der Dialyse." Ja, das ist alles richtig. Eigentlich: überall im Körper können Folgeerkrankungen entstehen. Es gibt viele Folgeerkrankungen. Barbara Müller: So die Hauptfolgeerkrankungen sind der Herzinfarkt, der Schlaganfall. Ich zeige auf Ottos Herz und auf sein Gehirn. Jetzt wird es auf einmal ganz still im Raum. Die Angst ist im Raum angekommen und das soll eigentlich nicht sein.

Barbara Müller So, ihr Lieben, nun starten wir mal die Schulungsreise durch Ottos Körper zu den einzelnen Organen. Wir starten mit den Augen. Die Augen haben ganz feine Gefäße. Ich zeige auf Ottos Augen. Hier sind die Gefäße besonders empfindlich. Wenn sie geschädigt werden, kann es zu einer: Retinopathie kommen, zu einer Augenerkrankung. Barbara Müller: Das Sehen wird dann schlechter. Im schlimmsten Fall kommt es zu Augenschäden und wenn's ganz schlimm wird, zur Erblindung. Kommt aber heute selten vor, weil die meisten Patienten gut eingestellt werden. Tanja flüstert: "Barbara, das macht mir Angst." Ich sag ganz ruhig: "Liebe Tanja, deshalb sprechen wir darüber, damit wir es verhindern können. Barbara Müller: Wenn der Diabetes gut eingestellt ist- Verhindern wir es. Es liegt in deiner Macht. Und das Zauberwort für alle ist eine gute Blutzuckereinstellung.

Barbara Müller Jetzt kommen wir zu den Nerven. Das sind die stillen Melder im Körper. Ich tippe auf Ottos: Füße. Unsere Nerven sind wie Kabel. Wenn sie geschädigt werden, dann kommt es ganz oft zu Kribbeln, zu Taubheitsgefühl, auch zu Schmerzen oder zu Ameisenlaufen über die Füße. Klara meint: "Deshalb merken manche die Verletzungen nicht, weil sie kein Gefühl haben." Barbara Müller: Ja, genau, Klara. Barbara Müller: Was bedeutet der diabetische Fuß? Ich hebe Ottos Bein an und zeige auf den Fuß. Wenn Gefühl fehlt, wenn man nichts mehr spürt, werden kleine Wunden nicht bemerkt und übersehen. Der Heinz nickt. "Ja, und dann wird's gefährlich." Ja, Heinz, du hast recht. So, nun sind wir auf unserer Reise durch den Körper von Otto an den Nieren angelangt.

Barbara Müller Das sind die Filter: des Körpers. Ich zeige auf Ottos Rücken, wo die Nieren liegen. Die Nieren filtern unser Blut. Zu viel Zucker überfordert diesen Filter und zerstört ihn. Theo: "Das ist so ähnlich wie ein Sieb, das kaputtgeht." Ja, dann wird Eiweiß freigesetzt. Ganz genau. Der wichtigste Zusammenhang, ich schreibe ganz, ganz groß an die Tafel für die Gruppe und auch für euch.

Barbara Müller Zu viel Zucker, zu lange Schaden, Folgeerkrankungen. Dann schaue ich in die Runde. Das passiert nicht an einem Tag. Deshalb habt keine Angst, sondern über Jahre. Willi sagt "Dann hab ich noch Zeit." Hm. Ich lächle. Ja, aber genau: darum geht es heute. Barbara Müller: Der Wendepunkt. Kontrolle ist Schutz. Ich hole etwas aus meiner Schatzkiste. Das hier ist kein Papier. Ich halte es hoch. Es ist ein kleines blaues Buch, das so wichtig ist. Das ist euer Begleiter. Das ist der Gesundheitspass Diabetes. Die Bedeutung des Gesundheitspasses Diabetes. Hier wird sichtbar, was sonst unsichtbar ist.

Barbara Müller Blutzuckerwert, HBA1C, Gewicht, Blutdruck, Augenkontrolle, Spritztechnik, Fußuntersuchung. Er zeigt nicht, was falsch läuft, sondern hilft, den Überblick zu behalten. Habe ich alles gemacht? Fehlt noch etwas? Je mehr Kontrolle, umso besser,: dass man frühzeitig reagieren kann. Klara sagt: "Also Barbara, das ist wie ein Tagebuch für den Körper." Barbara Müller: Ja klar, das ist ein Frühwarnsystem.

Barbara Müller Jetzt möchte ich noch etwas über das DMP, das Disease Management Programm, euch erzählen. Ich schreibe es an die Tafel. DMP. Dranbleiben mit System. Das DMP ist kein Zwang. Es ist ein Schutznetz. Was bedeutet das konkret? Regelmäßige Arzttermine, feste Kontrollintervalle, eine strukturierte Betreuung und was wichtig ist, ein ganz frühzeitiges Erkennen von Veränderungen.: Barbara Müller: Der Theo meint: "Also nicht erst reagieren, wenn es wehtut." Genau, Theo, du hast recht. Vorsorge. Der Aha-Moment. Ich stelle mich neben meinen Otto, klopfe ihm auf die Schulter. Diese Folgeerkrankungen entstehen nicht plötzlich. Sie entstehen leise. Sie schleichen sich an wie eine Schlange. Und genau deshalb sind regelmäßige Kontrollen so wichtig.

Barbara Müller Und eine ganz, ganz wichtige Botschaft Es geht nicht darum, perfekt zu sein, sondern aufmerksam. Was schützt den Körper und wie helfe ich meinem Körper? Ich schreibe es noch mal auf Gute Blutzuckerwerte. Achtet auf euer Gewicht. Gesunde: Ernährung, eine regelmäßige Bewegung, regelmäßige Kontrolluntersuchungen wahrnehmen, das DMP nutzen und was wichtig ist, den Gesundheitspass Diabetes führen. Barbara Müller: Klara fängt an zu lächeln. "Ach Barbara, das fühlt sich plötzlich gut an und machbar." So, ihr Lieben, zum Schluss ein ganz wichtiger Satz: Euer Körper arbeitet jeden Tag für euch, auch wenn er nicht perfekt läuft. Und jede Kontrolle ist kein Beweis für Krankheit, sondern ein Schritt in Richtung Gesundheit.

Barbara Müller Jetzt ist es still geworden. Theo nickt, dann alle. Und damit beenden wir unsere Schulungsreise für heute zu dem Thema: Folgeerkrankungen. Die Reise durch Ottos Körper zu den einzelnen Organen. Und damit schließt sich für heute die Schulungsschatzkiste. Bis zum nächsten Mal. Alles Liebe, Barbara. Wenn ihr mich unterstützen wollt, bewertet bitte den Podcast und empfehlt ihn weiter. Barbara Müller: Alles Liebe, die Zuckerfee.