00:00:00: Barbara Müller: Hallo ihr Lieben, ich bin Barbara Müller, Diabetesberaterin mit viel Herz und ich bin so dankbar für jeden Einzelnen von euch, der meinen Podcast hört. Eure Rückmeldung und eure Unterstützung machen mich ganz, ganz glücklich. Zu sehen, dass es vielen hilft, bedeutet mir alles. Willkommen zu einer neuen Folge. Barbara Müller: Heute wird es emotional und ja, auch ein bisschen unbequem. Aber keine Sorge, wir lachen zwischendurch. Versprochen.
Barbara Müller Doris kommt herein. Doris sitzt vor mir, die Arme versträngt, Blick irgendwo zwischen hier, das ist mir doch alles egal und lasst mich doch einfach nur in Ruhe.: Sie sagt: "Ich weiß gar nicht, warum ich hier bin", sagt sie. "Die haben mich geschickt." Ich denke, der Klassiker. Ich lächle sie an. Dann bleiben wir doch einfach kurz zusammen hier sitzen, ganz ohne Druck. Barbara Müller: Ich mache eine Pause. Doris sagt: "Ich trinke halt gerne Sekt", sagt sie dann irgendwann. "Aber nur wegen meinem niedrigen Blutdruck. Das ist für mich Medizin." Natürlich denke ich. Doris, Sie haben Diabetes. "Ja, aber das hat doch nichts mit meinem Sekt zu tun." Ja, und da fängt es an.
Barbara Müller Wissenschaftlich gesehen passiert folgendes Diabetes mellitus führt zu dauerhaften erhöhten Blutzuckerwerten. Die schädigen die Gefäße, die Nerven. Ganz besonders gefährdet sind Füße,: Augen, die Nieren und das Herz. Die Augen und die Nieren sind besonders betroffen. Die typischen Probleme sind: Es entsteht eine schlechte Durchblutung, die Wundheilung ist nicht mehr so gut und es kommt zu einem verminderten Schmerzempfinden. Barbara Müller: Jetzt kommt das Rauchen ins Spiel. Nikotin, muss man sich vorstellen, wirkt wie ein Brandbeschleuniger. Durch das Nikotin verengen sich die Gefäße zusätzlich, die Sauerstoffversorgung sinkt und viele Entzündungen im Körper nehmen zu. Aber die Kombination aus Diabetes und Rauchen ist ein massives Risiko für ganz, ganz viele Erkrankungen, Amputationen, Herzinfarkt, Nierenversagen, Schlaganfall.
Barbara Müller Es passiert an allen Organen etwas.: Oder einfacher gesagt, der Körper kämpft und, liebe Doris, du gibst noch einen Brandbeschleuniger dazu, indem du Alkohol trinkst und rauchst. Doris schaut mich an. "Ich rauche ja gar nicht viel, Barbara. Nur wenn ich trinke." "Ich nicke. Das sagen viele. "Der Sex ist meine Medizin", sagt Doris.
Barbara Müller Kurz wissenschaftlich Alkohol wirkt kurzfristig gefäßerweiternd. Der Blutdruck sinkt leicht. Alkohol wirkt kurzfristig gefäßerweiternd, der Blutdruck sinkt leicht, der Körper entspannt sich und es entsteht ein Wohlgefühl. Aber langfristig passiert genau das Gegenteil. Der Blutdruck steigt dauerhaft an, der Alkohol belastet das Herz: und oft entgleist der Stoffwechsel. Barbara Müller: Und speziell bei Diabetes: Alkohol kann Unterzuckerungen verschleiern. Leber ist mit Alkoholabbau beschäftigt. Das heißt, die Glukosefreisetzung in eine Unterzuckerung ist gestört. Risiko für gefährliche Hypoglykämien steigt. Hypoglykämie, noch mal leicht verständlich, heißt einfach Unterzuckerung.
Barbara Müller Jetzt gebe ich einen kleinen Überblick über Getränke, was Doris alles so gerne mag. Bier. Das Bier hat viele Kohlehydrate, deshalb steigt der Blutzucker stark an. Sekt ist eine Kombination zwischen Zucker und Alkohol, eine doppelte Belastung. Jetzt kommen wir zum Schnaps. Der Schnaps enthält wenig Zucker, war früher auch das: Allheilmittel gegen Diabetes, aber hat eine hohe Leberbelastung. Barbara Müller: Und Doris liebt Eierlikör und auch Eggers Edelkirsch, also Kirschlikör. Das sind Zuckerbomben plus Alkohol und das ist eine ganz, ganz ungünstige Kombination. Jetzt lacht Doris doch kurz: "Na super, dann nehme ich wohl alles falsch." Ich grinse. "Du bist zumindest konsequent, Doris." Kurz, was heißt Leberzirrhose?
Barbara Müller Leberzirrhose heißt, wenn die Leber aufgibt. Leberzirrhose bedeutet, Lebergewebe wird zerstört, ersetzt durch Narbengewebe, aber die Funktion geht verloren. Die Folgen davon bei einer Leberzirrhose Wasser im Bauch, Blutung, man wird verwirrt,: ganz durcheinander. Doris sagt: "Barbara, davon merke ich nichts." Ja, und genau das ist das Problem. Barbara Müller: Das heißt, die Leber ist still und wenn sie laut wird, ist es oft zu spät. Doris hat mehrmals eine Pankreatitis gehabt, eine Bauchspeicheldrüsenentzündung. Dann schreit die Bauchspeicheldrüse auf. Die Pankreatitis wird oft ausgelöst durch Alkohol, ist extrem schmerzhaft, kann lebensgefährlich sein. Bei wiederholten Entzündungen, Bauchspeicheldrüse zerstört sich selbst, Insulinproduktion fällt dann aus und der Diabetes verschlimmert sich. Barbara Müller: Es ist ein Teufelskreis.
Barbara Müller Insulin und die Frage, die keiner: hören will. Ich schaue Doris an: „Wie sind denn deine Zuckerwerte im Moment, Doris?" Sie zuckt mit den Schultern. „Mal so, mal so, aber ich denke eher hoch." Sie macht eine Pause. „Man hat mir gesagt, ich soll Insulin spritzen", sagt sie dann. „Aber das will ich nicht. Ich will lieber Tabletten nehmen. Barbara Müller: Gib mir einfach noch eins oder zwei mehr Tabletten." „Hm, Doris", ich nicke langsam. „Ich erklär dir das noch mal ganz kurz, warum die Ärztin dir vorgeschlagen hat, dass du Insulin spritzen sollst." Doris verdreht leicht die Augen, sagt aber nichts. „Doris, deine Bauchspeicheldrüse hat über die Jahre extrem gelitten durch den Diabetes und auch durch die vielen Entzündungen.
Barbara Müller Das bedeutet, Doris, dein Körper: produziert nicht mehr genug Insulin." Jetzt wird's ganz still. „Und Tabletten, Doris, können nur helfen, wenn noch genug eigenes Insulin da ist." Doris schaut mich an. „Ja, und das heißt?" „Das heißt nicht, dass du etwas falsch gemacht hast. Doch vielleicht etwas zu viel Alkohol, vielleicht etwas zu viel Nikotin. Barbara Müller: Aber Doris, ganz ehrlich, dein Körper braucht Unterstützung. Und Doris, Insulin ist keine Strafe. Es ist eher eine Hilfe von außen. Wenn innen nicht mehr genug da ist, dann muss man es von außen zuführen." Sie sitzt still da. Dann kommt ganz leise: „Ich wollte das einfach nicht mit dieser Spritzerei. Ich will lieber Tabletten."
Barbara Müller „Ja,: Doris." Ich nicke. „Das verstehe ich. Viele haben Angst davor, Insulin zu spritzen. Aber manchmal ist der Schritt, den wir am meisten ablehnen, genau der, der uns stabilisiert." Doris schaut auf ihre Hände und zum ersten Mal wirkt sie nicht abwehrend, sondern unsicher. Und genau da beginnt die Veränderung.
Barbara Müller Der Moment der Wahrheit. Doris ist still. „Ich wollte eigentlich gar nicht hier sein", sagt sie leise. „Ich wollte einfach meine Ruhe." Ja, Doris, ich nicke. Manchmal ist das, was wir Ruhe nennen, eigentlich nur Flucht. Und manchmal: reicht ein Gespräch, um wieder anzufangen. Doris geht nicht verändert, aber sie geht nachdenklich. Barbara Müller: Und das ist oft der erste Schritt für die Veränderung. Für heute alles Liebe, Barbara. Wenn ihr mich unterstützen wollt, bewertet bitte den Podcast und empfehlt ihn weiter. Die Zuckerfee