Diabetes einfach erklärt

Diabetes einfach erklärt

Transkript

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Barbara Müller: Ein Kinderwunsch braucht keine perfekte Mutter. Er braucht Liebe, Vertrauen und manchmal einfach ein bisschen mehr Sicherheit. Hallo ihr Lieben, hier ist wieder eure Barbara Müller. Schön, dass ihr wieder da seid. Es berührt mich sehr, dass so viele Menschen meinen Podcast begleiten. Heute erzähle ich euch eine Geschichte, die mich selbst ganz tief berührt hat Es gibt Beratungen, die vergisst man nie.

Barbara Müller Und dann gibt es Beratungen, bei denen man nach Hause fährt und einfach lächeln muss. Heute geht es um Maja. "Barbara, du wirst bald Oma." Ich kenne Maja schon seit vielen Jahren. Genau genommen: seit dem Tag ihrer Diagnose. Damals war sie noch ein junges Mädchen. Heute ist Maja dreißig Jahre alt. Seit zwei Jahren ist sie glücklich mit John verheiratet. Barbara Müller: Maja arbeitet in einem Reisebüro. Jeden Tag plant sie wunderschöne Reisen für andere Menschen. Heute möchte sie ihre wichtigste Reise planen. Maja kommt herein, schaut mich an, strahlt über das ganze Gesicht und sagt: "Barbara, du wirst bald Oma." Jetzt muss ich doch mal lachen. "Maja, da würde ich mich sehr drüber freuen."

Barbara Müller Sie grinst und lacht. "Na ja, irgendwie bist du das doch." Und wisst ihr was? So fühlt es sich manchmal tatsächlich an. Wenn ich Frauen mit Diabetes durch die Schwangerschaft begleiten darf, freue: ich mich fast genauso wie die Familie. Ich sehe nicht nur Blutzuckerwerte. Ich sehe Hoffnung. Ich sehe Liebe. Ich sehe Familien entstehen. Barbara Müller: Das ist das Wunderbare an meinem Beruf. Dann wird Maja ganz leise. Sie setzt sich. Plötzlich werden ihre Augen feucht. "Barbara, ich habe entsetzliche Angst." Ich nehme ihre Hand. "Wovor denn, Maja?" "Dass ich meinem Baby schade, dass ich etwas falsch mache, dass ich vielleicht gar keine gute Mama werde." Ich glaube, genau diese Gedanken kennen viele Frauen mit Typ-eins-Diabetes.

Barbara Müller Und deshalb möchte ich euch heute etwas sagen, das mir gaaanz, ganz wichtig ist. Typ-eins-Diabetes bedeutet heute nicht, dass man auf ein: eigenes Kind verzichten muss. Mit einer guten Vorbereitung sind die Chancen auf eine gesunde Schwangerschaft heute sehr, sehr gut. Barbara Müller: Wichtig. Die Schwangerschaft beginnt viel früher. Viele denken, erst werde ich schwanger, dann kümmere ich mich um meinen Diabetes. Heute wissen wir aber, eigentlich beginnt die Schwangerschaft schon Monate vorher mit einer möglichst guten Stoffwechseleinstellung, mit Gesprächen, mit Planung, mit Vertrauen.

Barbara Müller Ich sage immer, ein Kinderwunsch beginnt nicht mit dem positiven Schwangerschaftstest. Er beginnt mit der Entscheidung. Wir wünschen uns ein Baby: Barbara Müller: Die Stoffwechseloptimierung. Wir sprechen über Ihren HBA1C, über stabile Glukosewerte, über Folsäure, über Nahrungsergänzung. Das bespricht sie mit ihrem Gynäkologen. Über Bewegung, über gesunde Ernährung. Es muss nicht alles perfekt sein, sondern möglichst stabil. Denn besonders in den ersten Schwangerschaftswochen entwickelt sich das kleine Baby unglaublich schnell und es passiert ganz, ganz viel.

Barbara Müller Maya schaut mich an. "Ich hab Angst vor jedem einzelnen hohen Wert." Ich lächle. "Dann, Maya, müsste jede Mutter perfekt sein und das ist niemand. Es geht nicht um Perfektion. Es geht: darum, jeden Tag sein Bestes zu geben." Dann kommen wir zur Pumpe. Plötzlich sagt Maya, "Barbara, alle sagen, ich soll jetzt unbedingt eine Pumpe tragen. Barbara Müller: Ich hatte schon mal eine." Ich frage Maya, "Maya, möchtest du das überhaupt?" Maya schüttelt sofort mit dem Kopf. "Nein, ich hatte früher immer wieder Katheterprobleme. Mal hielt der Katheter nicht, mal entzündete sich die Stelle. Ich habe mich irgendwann überhaupt nicht mehr wohlgefühlt. Mit meiner ICT, einer intensivierten Insulintherapie, fühle ich mich viel sicherer."

Barbara Müller Ich lächle. "Und weißt du was? Maya, das ist völlig in Ordnung. Nicht jede Frau braucht eine Insulinpumpe. Entscheidend ist, dass die Therapie zu deinem Leben passt.": Barbara Müller: Die Angst vor der Nacht. "Maya, was macht dir eigentlich am meisten Angst?" Sie antwortet sofort: "Barbara, die Nächte. Ich habe Angst vor Unterzuckern." Das ist auch für John ein ganz, ganz großes Problem. Er hat immer wieder Angst, dass Maya in der Nacht unterzuckert. Denn Diabetes betrifft nie nur einen Menschen.

Barbara Müller Er begleitet häufig die ganze Familie. Maya, mehr Sicherheit. Ich sage "Maya, heute gibt es Möglichkeiten, die es vor ein paar Jahren noch gar nicht gab. Du kennst ja bereits einen Sensor, der dir deinen Glukoseverlauf anzeigt." Maya nickt. "Ja." "Aber Maya, inzwischen gibt es einen neuen Sensor, der noch einen Schritt weitergeht.: Barbara Müller: Er zeigt dir nicht nur, wo dein Glukosewert gerade ist, er kann dir auch eine Vorhersage geben, wie sich dein Glukosewert in den nächsten zwei Stunden wahrscheinlich entwickeln wird." Maya schaut mich an. "Dann kann ich reagieren, bevor ich unterzuckere." "Genau. Und genau das ist der Unterschied, Maya. Nicht erst reagieren, wenn der Zucker schon zu tief ist, sondern vorher."

Barbara Müller Mein Lieblingsvergleich. Ich sage immer „Das ist wie beim Autofahren. Die Tankanzeige wartet ja auch nicht, bis das Auto stehen bleibt. Sie sagt vorher Bescheid." Jetzt lacht die Maja. „So habe ich das noch nie gesehen." Ich antworte „Eine gute Vorhersage schenkt dir Zeit. Zeit,: Maja, zu handeln, Zeit zum Nachdenken und manchmal einfach Zeit, ruhiger zu bleiben." Barbara Müller: Es klopft an die Tür. John schaut herein. Majas Mann. „Barbara, darf ich mit dazukommen? Ich hab's nicht geschafft früher." „Na klar, John, komm rein. Na John, wie geht es dir?" John schaut mich an. „Barbara, weißt du, wenn ich am glücklichsten wäre, wenn Maja nachts einfach ruhiger schlafen könnte." Ich nicke. „Ja, und genau deshalb kann eine Vorhersage so wertvoll sein.

Barbara Müller Der neue Sensor, John, kann den Verlauf in der Nacht anzeigen. Eine Vorhersage. Nicht nur für Maja, sondern auch für dich. Denn wenn beide ruhiger schlafen, beginnt der nächste Tag gleich mit einem besseren Gefühl.": Barbara Müller: Ein paar Monate später kommt Maya wieder. Diesmal legt sie ein kleines Bild auf meinen Schreibtisch. Ein Ultraschallbild. Sie lächelt. "Barbara, jetzt bist du wirklich fast Oma." Diesmal muss ich schlucken. Nicht, weil ich Oma werde, sondern weil ich wieder erleben darf, wie aus Angst Vertrauen geworden ist.

Barbara Müller Liebe Frauen mit Typ eins Diabetes, wenn ihr euch ein Baby wünscht, dann lasst euch begleiten. Sprecht ganz früh mit dem Gynäkologen, der Gynäkologin, mit eurem Diabetes Team. Sucht euch die Therapie, mit der ihr euch sicher fühlt und nutzt: die Möglichkeiten, die euch den Alltag erleichtern. Denn manchmal schenkt moderne Technik nicht nur bessere Glukosewerte, manchmal schenkt sie auch ruhigere Nächte, mehr Vertrauen und ganz viel Vorfreude.

Barbara Müller Ich bin eure Barbara Müller und ich wünsche euch von ganzem Herzen, dass aus Angst Hoffnung wird und aus Hoffnung das größte Abenteuer eures Lebens. Denn Diabetes entscheidet nicht darüber, ob ihr Mama werden könnt. Er erinnert euch nur daran, euren Weg etwas sorgfältiger zu planen. Und wisst ihr was? Ich habe in den letzten dreißig Jahren viele Babys auf die Welt kommen sehen und jedes einzelne: hat mir gezeigt: Mit Wissen, Liebe und guter Begleitung können Träume wahr werden. Barbara Müller: Ich habe noch einen Merksatz für euch. Das größte Geschenk für ein Baby ist keine perfekte Mutter, sondern eine Mutter, die sich liebevoll vorbereitet und ihrem Herzen vertraut. Wenn ihr mich unterstützen wollt, bewertet bitte den Podcast und empfehlt ihn weiter. Alles Liebe, Barbara