Diabetes einfach erklärt

Diabetes einfach erklärt

Transkript

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Barbara Müller: Nicht das Messgerät entscheidet zuerst, sondern dein Körper. Wer die Warnzeichen erkennt und sofort handelt, schenkt seinem Gehirn genau das, was es jetzt braucht: Energie. Hallo und herzlich willkommen zu Barbaras Schulungspodcast „Unterzuckerung Teil zwei". Die Schulungsschatzkiste öffnet sich.

Barbara Müller Wie schön, dass ihr wieder dabei seid. Es freut mich sehr, dass meine Fangemeinde ständig wächst. Beim letzten Mal haben wir gemeinsam entdeckt, warum unser Gehirn bei Unterzuckerung so schnell Alarm schlägt. Heute wollen wir herausfinden, was wir: tun können, wenn unser Körper diesen Alarm wirklich auslöst. Barbara Müller: Denn Wissen hilft nicht nur beim Verstehen. Wissen hilft auch beim Handeln. Ich öffne langsam meine Schulungsschatzkiste und wie immer ganz oben sitzt schon jemand und wartet. Unser kleines pinkes Gummischwein, Herbert. Ich drücke ihm vorsichtig auf den Bauch. „Ja, Herbert", sage ich, "heute wird's ganz praktisch."

Barbara Müller Fred grinst. "Barbara, jetzt kommt endlich meine Schokolade." Die ganze Gruppe lacht. Ich wusste, Fred, dass diese Frage kommt. Ich greife tief in die Schatzkiste. Heute ist sie besonders gut gefüllt. Ich stelle nacheinander auf den Tisch eine Tafel Schokolade, Traubenzucker, auch flüssigen Traubenzucker, ein Fläschchen Fruchtsaft,: ein Müsliriegel und ein Käsebrot natürlich als Lebensmittelattrappe. Barbara Müller: Alle schauen gespannt zu. Herbert ebenfalls. Kunst. Danke, Herbert. Jetzt dürft ihr abstimmen. Was glaubt ihr? Was macht die Schokolade? Hilft Schokolade schnell? Fast alle Hände gehen nach oben. Ich muss lachen. Das überrascht mich überhaupt nicht. Ich nehme die Schokolade hoch. Natürlich steckt hier Zucker drin, aber leider auch viel Fett.

Barbara Müller Ich hole eine kleine Spielzeugschnecke aus der Schatzkiste. Ganz langsam kriecht sie über den Tisch. Alle lachen. Genauso arbeitet unser Magen. Das Fett bremst. Der Zucker kommt viel langsamer dort an, wo unser Gehirn ihn gerade dringend braucht. Ich nehme die Schnecke wieder weg. Jetzt halte ich den Traubenzucker: hoch. Barbara Müller: Der Traubenzucker besteht aus Glukose. Er muss kaum verdaut werden. Deshalb gelangt er schon besonders schnell ins Blut. Daneben halte ich den flüssigen Traubenzucker hoch. Den finde ich ganz besonders praktisch. Das geht noch viel, viel schneller. Und vor allen Dingen, die Tube passt in jede Hosentasche. Barbara Müller: Jetzt nehme ich den Fruchtsaft. Auch ein kleiner Fruchtsaft hilft schnell. Ich lege alle drei Dinge nebeneinander. Das sind unsere schnellen Kohlenhydrate. Ich lasse wieder einige weiße Zuckerwürfel über Ottos rote Blutbahn Richtung Gehirn wandeln. Jetzt kommt wieder Energie im Gehirn an. Ich drücke die kleine Sirene.

Barbara Müller Sofort verstummt sie wieder.: Der Alarm hört auf. Walter lächelt. Jetzt verstehe ich endlich, warum mein Arzt immer Traubenzucker empfiehlt. Ganz genau. Ich schreibe groß auf das Flipchart. Fünfzehn Gramm schnelle Kohlenhydrate. Bärbel fragt: "Wie viel ist das ungefähr?" Zum Beispiel drei bis vier Täfelchen Traubenzucker oder ein Fläschchen flüssiger Traubenzucker oder hundertfünfzig bis zweihundert Milliliter Fruchtsaft. Barbara Müller: Erst schnelle Kohlenhydrate, dann langsame. Herbert grunzt. Alle lachen. Martin hebt den Finger. Barbara: "Und was passiert, wenn jemand bewusstlos wird?" Sofort wird es still. Ich nicke ernst. Das ist eine sehr wichtige Frage, Martin. Ich schaue in die Runde. Aber zuerst möchte ich euch etwas sagen, das vielen Menschen unnötige Angst nimmt.

Barbara Müller Ich: lege eine Hand auf Ottos Schulter. Eine schwere Unterzuckerung mit Bewusstlosigkeit tritt in der Regel nur dann auf, wenn Insulin wirkt oder Medikamente eingenommen werden, die Sulfonylharnstoffe enthalten. Menschen, die weder Insulin spritzen noch Sulfonylharnstoffe einnehmen, müssen davor normalerweise keine Angst haben. Barbara Müller: Nur in dieser Kombination kann es zur Bewusstlosigkeit kommen. Der Walter atmet hörbar aus. Das wusste ich ja gar nicht. Lieber Walter, deshalb lohnt es sich immer, eine Diabetesschulung zu machen, die eigene Diabetesbehandlung gut zu kennen. Also welche Medikamente nehme ich ein? Können die denn überhaupt eine Unterzuckerung mit Bewusstlosigkeit machen?

Barbara Müller Und jetzt kommt eine: ganz wichtige Regel: Bewusstlose Menschen gibt man niemals etwas zu essen oder zu trinken. Es besteht Erstickungsgefahr. Ich hole den Glucagon-Pen heraus. Daneben lege ich das Glucagon-Nasenspray. Beides sind Notfallmedikamente. Ich befestige eine Filzleber an Otto. An der Leber sind Zuckerwürfel befestigt. Barbara Müller: Die Zuckerreserven, der Speicherzucker. Glucagon gibt der Leber das Signal: „Hallo, öffne deine Vorratskammer und gib Zucker ins Blut ab." Ich lasse wieder einige Zuckerwürfel über Ottos Blutbahn rollen. Bis der Rettungsdienst eintritt, kann das lebensrettend sein. Herbert grunzt und schaut ganz zufrieden.

Barbara Müller Heute dürfte sogar die Vorratskammer geöffnet werden. Alle fangen an zu lachen. Ich: gehe einen Schritt zurück. Wisst ihr, was mir heute fast wichtiger ist als alle Zahlen? Niemand sagt etwas. Habt Respekt vor einer Unterzuckerung. Seid vorbereitet, aber habt keine Angst. Wissen macht euch sicher. Ich nehme einen kleinen Kompass aus der Schatzkiste. Barbara Müller: Ein Kompass verhindert keinen Sturm, aber er zeigt uns den richtigen Weg. Genauso ist Wissen. Es verhindert nicht jede Unterzuckerung, aber es hilft uns, ruhig und richtig zu handeln. Ich öffne mein kleines Notfalltäschchen. Eigentlich passt ganz viel Sicherheit in so ein kleines Täschchen. Was gehört denn alles hinein?

Barbara Müller Traubenzuckerwürfel, flüssiger Traubenzucker, ein kleiner Fruchtsaft, ein: Müsliriegel, ein belegtes Brot, wenn es zur nächsten Mahlzeit noch eine Weile dauert. Jetzt meldet sich wieder Herbert. Er grunzt. Ich glaube, das war heute Herberts Applaus. Alle lachen. Vielen Dank, dass ihr wieder dabei wart. Passt gut auf euch auf, bleibt neugierig und denkt immer daran: Wissen macht Mut. Barbara Müller: Mut schenkt Sicherheit. Bis zum nächsten Schulungspodcast. Die Schulungsschatzkiste schließt. Alles Liebe, eure Zuckerfee Barbara. Wenn ihr mich unterstützen wollt, bewertet bitte den Podcast und empfehlt ihn weiter. Alles Liebe, Barbara.