Diabetes einfach erklärt

Diabetes einfach erklärt

Transkript

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00:00:00: Barbara Müller: „Das C-Peptid ist wie der Schatten des Insulins – wenn du ihn kaum siehst, weißt du: Die Sonne steht tief.“

00:00:10: Barbara Müller: Hallo, ihr Lieben! Ich bin Barbara Müller, Diabetesberaterin DDG – mit Herz, Humor und der festen Überzeugung, dass Medizin auch Spaß machen darf.

00:00:25: Barbara Müller: Heute erzähl ich euch von Harald, 58 Jahre alt, Gärtner – ein herzensguter, bodenständiger Kerl. Schlank, drahtig, immer in Bewegung. Und trotzdem: Insulinmangel!

00:00:43: Barbara Müller: Harald kam zu mir in die Beratung, setzte sich, nahm seine Mütze ab und sagte: „Barbara, die Ärztin meint, meine Bauchspeicheldrüse ist faul geworden! Und dann hat sie was von C-Eiweiß erzählt. Irgendwas mit C-Peptid, das wär bei mir zu niedrig. Kannst du mir das mal erklären, dass es auch ein Gärtner kapiert?“

00:01:10: Barbara Müller: Was ist dieses geheimnisvolle C-Peptid eigentlich? Ich grinse und sag: „Harald, das C-Peptid ist quasi der kleine Bruder vom Insulin – oder besser gesagt: das Geburtszertifikat deines Insulins!“

00:01:32: Barbara Müller: Wenn die Bauchspeicheldrüse Insulin herstellt, entsteht in der Zelle zuerst ein Rohstoff – das Proinsulin. Das wird dann in der Zelle geteilt: Die eine Hälfte ist das Insulin, die andere Hälfte ist das C-Peptid.

00:01:55: Barbara Müller: Beide werden gleichzeitig freigesetzt – sozusagen Zwillinge, die immer gemeinsam das Licht der Welt erblicken. Also: Wenn man C-Peptid im Blut misst, weiß man, wie viel eigenes Insulin der Körper noch produziert.

00:02:18: Barbara Müller: Die Normalwerte. Ich erklär’s ihm ganz einfach: „Harald, bei gesunden Menschen liegt das C-Peptid etwa zwischen 0,8 und 3,1 Nanogramm pro Milliliter – das ist sozusagen der Bereich, in dem deine Bauchspeicheldrüse normal fleißig arbeitet.“

00:02:45: Barbara Müller: Ich grinse: „Und bei dir, Harald – da war der Wert ganz unten. Also, deine Beta-Zellen haben quasi die Gießkanne stehen gelassen und sich in die Hängematte gelegt!“

00:03:02: Barbara Müller: Was das bedeutet. Harald schaut mich an: „Also heißt das, ich hab zu wenig Gärtner im Garten?“ Ich nicke. „Genau! Dein C-Peptid zeigt uns, dass deine Beta-Zellen – die Insulinhersteller – kaum noch aktiv sind. Du hast also keinen Insulinüberfluss, sondern einen echten Insulinmangel.“

00:03:30: Barbara Müller: Er kratzt sich am Kopf: „Und das kommt von meinen Entzündungen, oder?“ „Ganz genau!“, sag ich. „Diese Pankreatitis-Schübe waren wie ein Unwetter im Garten. Da sind viele deiner fleißigen Zellen untergegangen. Und ohne Beta-Zellen kein Insulin, ohne Insulin kein Zuckertransport – und ohne Zuckertransport keine Energie.“

00:04:00: Barbara Müller: Warum Insulin jetzt sein bester Freund wird. Ich erklär ihm: „Harald, Insulin ist jetzt dein neuer Gartenschlauch. Damit bringst du Energie genau dorthin, wo sie gebraucht wird.“

00:04:18: Barbara Müller: „Aber spritzen … das ist nix für mich“, sagt er. Ich lach: „Du, das sagt jeder am Anfang. Aber das ist heute so einfach – und wenn du siehst, wie gut du dich fühlst, wirst du’s mögen. Und das Beste: Du lernst alles in der Schulung, vom Blutzuckermessen bis zum Spritzen mit dem Pen.“

00:04:45: Barbara Müller: Er lacht: „Dann pfleg ich halt meine Drüse mit der Spritze, so wie meine Rosen mit der Gießkanne!“

00:04:58: Barbara Müller: So, meine Lieben – das war’s heute wieder mit „Diabetes einfach erklärt“. Ich hoffe, ihr habt ein bisschen geschmunzelt und nebenbei verstanden, warum das kleine C-Peptid so ein großer Hinweisgeber ist.

00:05:22: Barbara Müller: Denkt dran: Euer Körper ist wie ein Garten. Pflegt ihn gut, achtet auf euer Wasser, euer Insulin – und lasst die Sonne rein! ☀️

00:05:44: Barbara Müller: Bis zum nächsten Mal – eure Barbara Müller, Diabetesberaterin DDG, mit Herz, Humor und einer Spritze voller Gartenglück.

00:06:10: Barbara Müller: (Schluss)