00:00:10: Wer clever genießt, braucht keine Reue.
00:00:14: Nur ein gutes Steg und den Mut, auch mal nein zu sagen.
00:00:20: Hallo ihr Lieben, schön, dass ihr da seid.
00:00:23: Ich bin Barbara Müller, Diabetesberaterin DDG mit Herz und einem guten Gespür für Klühweinduft, Zuckerfallen und für menschliche Geschichten.
00:00:36: Heute nehme ich euch mit auf den Weihnachtsmarkt.
00:00:40: Zu Sabine, einer meiner Patientinnen, die dieses Jahr alles richtig machen will.
00:00:47: Denn sie hat ein Ziel, den Weihnachtsmarkt genießen, aber ohne Reue.
00:00:56: Sabine auf dem Weihnachtsmarkt.
00:00:59: Sabine ist fifty-two Jahre alt, Krankenschwester mit einem ganz großen Herz und einem noch größeren Appetit auf Weihnachtsstimmung.
00:01:11: Jedes Jahr sagt sie, Barbara, diesmal bleib ich standhaft.
00:01:18: Und jedes Mal landet sie dann doch zwischen Klühwein, Bratwurst und gebrannten Mandeln.
00:01:25: Aber dieses Jahr soll alles anders werden.
00:01:30: Sie hat sich fest vorgenommen, kein Zuckerrausch, keine Kalorienfalle.
00:01:36: Nur Genuss, aber mit Köpfchen.
00:01:40: Also zieht sie los, Schal und Mütze auf Tasche und Blut sogar Messgerät in der Jacke.
00:01:47: Und schon beim ersten Klühweinstand riecht es herrlich, nach Zimt, Orange, Caramel.
00:01:56: Es riecht so richtig nach Weihnachten.
00:01:59: Und da steht auch schon jemand, den sie kennt.
00:02:04: Detlef, der Leiter der örtlichen Diabetiker Selbsthilfegruppe.
00:02:10: Der schlaue, diabetesige Fuchs, wie er meint.
00:02:15: Detlef und der Winzerklühwein.
00:02:19: Detlef hebt sein Glas und ruft, Hallo, na Sabine?
00:02:25: Ich trinke Winzerklühwein.
00:02:27: Der ist viel besser für den Zucker.
00:02:29: Sabine lacht und sagt, na dann Prost Detlef.
00:02:34: Ich nehme auch einen, aber nur einen.
00:02:37: Und tatsächlich, der Winzerklühwein ist zwar kein Diätgetränk, aber durch die natürliche Herstellung hat er etwas weniger Zucker als die industriellen Varianten.
00:02:50: Unser Biene weiß, Alkohol hemmt die Zuckerfreisetzung aus der Leber.
00:02:56: Das heißt, erst steigt der Blutzucker, dann fällt er also lieber in Maßen genießen und dazu was ordentlich herzhaftes Essen.
00:03:08: Die Überlegung Steg statt Bratwurst, Sabines cleverer Schachzug.
00:03:15: Während Detlef sich seine zweite Runde einschenken lässt, zieht Sabine weiter zum Grillstand und anstatt der fetten Bratwurst nimmt sie ein schönes gegrilltes Steg mit Brötchen und Senf.
00:03:31: Baba, erzählt sie mir später, das Steg war wirklich super.
00:03:37: Und ich habe mich danach nicht gefühlt, wie so ein Rollbraten.
00:03:42: Ja, ein Steg hat ordentlich Eiweiß, hält langsatz und stabilisiert sogar den Blutzucker.
00:03:50: Sabine schlendert weiter über den Weihnachtsmarkt.
00:03:53: Der Glühwein wärmt sie von innen, das Steg klickt gut im Magen.
00:03:59: Und dann passiert's.
00:04:01: Sie bleibt vor dem großen Lebkuchenstand stehen.
00:04:16: Überall duftet es nach Zimt, nach Honig und Mandeln.
00:04:23: Herz in Sterne, Makronen, tolle Plätzchen und sie säuft.
00:04:29: Barbara, das ist doch unfair.
00:04:32: Ich ess kaum etwas Süßes und dann lachen mich diese Lebkuchenmänner so frisch an.
00:04:40: Und als ob das Schicksal ist darauf anlegt, steht plötzlich Detlef wieder neben ihr.
00:04:48: Mit seinem Bäscher erwinzt er Klüwein in der Hand.
00:04:52: Sabine sagt er, nimm lieber einen Stollen, der ist gesünder.
00:04:58: Ich schwöre euch.
00:05:00: Ich habe laut gelacht, als sie mir das erzählt hat.
00:05:04: Sabine sagt, der Detlef, der hat manchmal Antworten.
00:05:10: Aber Barbara, keine Ahnung.
00:05:13: Lebkuchen, Stollen oder Marzipan?
00:05:16: Was darf sein?
00:05:18: Also, was ist nun besser für den Blutzugge?
00:05:21: Lebkuchen oder Stollen?
00:05:24: Ich erklär's Sabine.
00:05:25: Und jetzt auch euch.
00:05:28: Lebkuchen hat oft Honig, Nüsse und viel Zucker.
00:05:32: Aber seid schlau.
00:05:34: Wenn ihr Elisen-Lebkuchen nehmt, die mit einem hohen Nussanteil Dann sind die zwar kalorienreich, aber durch die Nüsse steigt der Blutzucker langsamer.
00:05:47: Und ein Tipp von mir?
00:05:48: Kleine Stücke davon, langsam genießen und bitte ohne Zuckerguss.
00:05:54: Lieber mit dunkler Schokolade.
00:05:58: Stollen, ja, lecker, aber Achtung.
00:06:01: Viel Butter, Zucker und Rosinen.
00:06:09: Besonders der klassische Butterstoll.
00:06:11: Der hat es in sich.
00:06:13: Über vierhundert Kalorien pro Scheibe.
00:06:16: Ich habe ausgerechnet Sabine müsste dafür circa neunzig Minuten putzen oder Gartenarbeit machen.
00:06:24: Seitdem ich das ausgerechnet habe, schmeckt mir kein Stollen mehr.
00:06:30: Ein Quarkstollen oder Dingelstollen ist da schon etwas leichter.
00:06:36: Aber der hat es trotzdem in sich.
00:06:39: Sabine hat einen Test gemacht mit dem Marzipanstollen.
00:06:44: Barbara, der schmeckt göttlich, aber mein Blutzucker schoss wie eine Rakete in die Höhe.
00:06:52: Also lieber nur ein dünnes Scheibchen und den Rest einführen oder teilen.
00:06:59: Ich sag immer, nicht das Verbot macht den Unterschied, sondern die Menge und das Timing.
00:07:08: Sabine kauft am Ende einen kleinen Enlisenlebkuchen und teilt ihn mit Detlef und sagt, Barbara, ich habe das erste Mal den Weihnachtsmarkt überlebt.
00:07:21: Ohne Reue und ohne Zugeschock.
00:07:24: Ich habe gelernt, teilen ist das neue Schlemmen.
00:07:29: Ich hoffe, euch hat Sabine es Geschichte gefallen, denn manchmal braucht es keinen Verzicht.
00:07:37: sondern nur ein bisschen Wissen und eine Prise Selbstbeherrschung.
00:07:42: Genießt euer Leben, euer Essen und euren Winterglühwein.
00:07:48: Aber in Maßen.
00:07:50: Ich sag euch für heute tschüss.
00:07:53: Bleibt leicht im Herzen und fröhlich im Bauch.
00:07:57: Eure Barbara Mülle mit Herz und einem Spritzer zimmt im Blut.
00:08:05: Eine Bitte habe ich noch an euch.
00:08:08: Wenn ihr mich unterstützen wollt, bewertet den Podcast und empfehlt ihn weiter.
00:08:14: Alles Liebe Barbara!