Barbara Müller: Wissen ist die beste Zutat für einen gesunden Umgang mit Diabetes. Hallo ihr Lieben, wie schön, dass ihr wieder dabei seid. Hier ist wieder eure Barbara Müller, Diabetesberaterin DDG, mit gaaanz viel Herz für eine Schulung, die Spaß macht. Denn Lernen darf leicht sein und Medizin darf verständlich sein. Barbara Müller: Ich freue mich riesig, dass ihr heute wieder da seid. Gemeinsam mit Herbert, dem Willi, der Martha, Clara, Heinz, Theo, Tanja. Wir gehen gemeinsam wieder auf eine Diabetesreise.
Barbara Müller Hallo meine Schulungsgruppe Schön, dass ihr da seid. Ich wiederhole kurz, was wir in der letzten Stunde besprochen haben. Beim letzten Mal haben wir gelernt, warum unser: Körper überhaupt Nahrung braucht. Und ich verspreche euch, es wird gar nicht so kompliziert, wie viele denken, denn unser Körper ist eigentlich ziemlich logisch. Barbara Müller: Aber bevor wir anfangen: Na, Herbert, bist du bereit? Alle lachen. Willi grinst. Baba, ich glaube, Herbert freut sich heute besonders. Na klar, Willi, das glaub ich auch. Heute geht's nämlich ums Essen und Herbert ist schließlich ein Schwein. Der kennt sich mit Essen aus. Ich schaue in die Runde. Leute, Hand aufs Herz. Barbara Müller: Wer von euch hat schon einmal gehört: Kohlenhydrate, die machen dick. Fast alle Hände gehen nach oben. Und wer hat schon mal gehört, Fett sollte man möglichst gar nicht essen. Wieder gehen alle Hände hoch. Und Eiweiß, jetzt meldet sich Theo: Das brauchen doch nur Bodybuilder. Alle fangen an zu lachen. Ich muss auch mal lachen.
Barbara Müller Seht: ihr? Genau deshalb sprechen wir heute darüber. Denn rund um unsere Ernährung gibt es unglaublich viele Missverständnisse. Ich gehe zum Flipchart. Ich male wieder ein kleines Haus. Das kennt ihr schon von dem letzten Schulungspodcast Ernährung. Stellt euch mal vor, unser Körper ist ein Haus. Ein Haus braucht Strom, es braucht Baumaterial, aber es braucht auch Menschen, die dafür sorgen, dass alles gut funktioniert. Barbara Müller: Genau so arbeitet auch unser Körper. Ich schreibe drei Wörter ans Flipchart: Kohlenhydrate, Eiweiß und Fett. Diese drei nennt man die Hauptnährstoffe und jeder übernimmt eine ganz bestimmte Aufgabe. Die Kohlenhydrate. Ich male eine Batterie. Beginnen wir mit den Kohlenhydraten. Sie sind der wichtigste Energielieferant unseres Körpers.
Barbara Müller Heinz schaut: ganz interessiert. Also so etwas wie Benzin fürs Auto. Ganz genau. Immer wenn wir Brot, Kartoffeln, Reis, Nudeln oder Haferflocken oder Obst essen, nehmen wir Kohlenhydrate auf. Theo runzelt die Stirn. Aber Obst ist doch gesund. Natürlich ist Obst gesund. Gesund und kohlenhydrathaltig schließen sich überhaupt nicht aus. Barbara Müller: Alle Kohlenhydrate werden bei der Verdauung in Traubenzucker zerlegt und genau dieser Zucker gelangt dann ins Blut. Jetzt schaut der Heinz ganz überrascht. Also steigt mein Blutzucker gar nicht nur von Süßigkeiten. Ganz genau, ich nicke. Auch Kartoffeln, Reis, Brot werden letztlich- zu Zucker umgebaut. Der Unterschied liegt darin, wie schnell das passiert.
Barbara Müller Jetzt fängt der Theo an zu lachen. Das: hätte das Internet ruhig etwas deutlicher erklären können. Barbara Müller: Das Eiweiß. Ich nehme ein gekochtes Ei in die Hand. Jetzt kommen wir zum Eiweiß. Die Clara lächelt. Das ist also der Baustoff. Ja, genau, Clara. Eiweiß repariert unseren Körper. Es baut Muskeln auf, es erneuert Haut, es unterstützt unser Immunsystem und es sorgt oft dafür, dass wir länger satt bleiben. Theo fragt: "Steigt davon auch der Blutzucker?"
Barbara Müller Nur ganz wenig. Deshalb hilft eiweißreiches Essen oft dabei, Heißhunger zu vermeiden. Jetzt grinst der Willi. Dann hat mein Frühstücksei ja doch mehr drauf, als ich dachte. Jetzt kommen wir zum Fett. Ich: stelle eine Flasche Olivenöl auf den Tisch. Willi strahlt: "Jetzt wird's spannend." Ja, Willi, über Fett wurde jahrelang geschimpft. Barbara Müller: Ich schaue in die Runde. Dabei braucht unser Körper Fett jeden einzelnen Tag. Die Clara fragt: "Wirklich, Barbara?" Ja, unser Gehirn besteht zu einem großen Teil aus Fett. Viele Vitamine können wir ohne Fett gar nicht aufnehmen. Unsere Hormone brauchen Fett und auch unsere Zellwände. Ich stelle zwei Schüsseln auf den Tisch.
Barbara Müller In der ersten Schüssel liegen Walnüsse, Mandeln und eine Flasche Rapsöl stelle ich daneben. In der zweiten Schüssel sind Chips und frittierte Pommes. Die entscheidende Frage lautet also nicht Fett oder kein Fett?, sondern Welches Fett? Der Heinz nickt. Also lieber: öfter Nüsse und Pflanzenöle. Ja, genau. Barbara Müller: Jetzt kommen wir zu den heimlichen Superhelden in unserem Essen. Ich hole einen großen Schwamm hervor. Der Theo schaut ganz neugierig. Was wird denn das? Ich grinse. Ihr stellt euch vor, dieser Schwamm stellen Ballaststoffe dar. Ich lege den Schwamm in eine Schüssel. Ich gieße langsam Wasser darüber. Der Schwamm saugt sich voll, quillt auf, wird ganz dick.
Barbara Müller Ich hebe ihn hoch. Ihr Lieben, genauso arbeiten die Ballaststoffe in unserem Darm. Heinz beobachtet den Schwamm. Der wird ja richtig dick und fett. Genau. Ballaststoffe quellen auf. Dadurch wird unsere Nahrung langsamer weitertransportiert. Der Zucker gelangt nicht schlagartig ins: Blut, der Blutzucker steigt ganz langsam an. Barbara Müller: Ich male zwei Straßen, eine Autobahn und eine Landstraße. Davon habe ich euch schon erzählt. Ohne viele Ballaststoffe rast der Zucker wie auf einer Autobahn ins Blut. Mit Ballaststoffen fährt er gemütlich über die Landstraße. Heinz lacht. Das Bild gefällt mir. Mir auch, denn genau so funktioniert unser Stoffwechsel.
Barbara Müller Ich legere weiter verschiedene Lebensmittel auf den Tisch. Haferflocken, Vollkornbrot, Linsen, Paprika, Brokkoli, Beeren, Walnüsse. Ihr Lieben, wo stecken die Ballaststoffe drin? Clara schaut sich das alles ganz genau an. Also nicht nur im Vollkornbrot. Ganz genau, auch im Gemüse. Obst, Hülsenfrüchte, Nüsse, Samen, Haferflocken.: Barbara Müller: Alles wunderbare Ballaststofflieferanten. Willi meldet sich: "Muss ich jetzt jeden Tag Körner essen?" Nein, Willi, du musst überhaupt nichts. Aber du kannst deinen Teller Schritt für Schritt verändern. Heute etwas mehr Gemüse, morgen einmal Vollkornbrot, übermorgen vielleicht eine leckere Linsensuppe. Die Martha nickt. Barbara Müller: Das klingt machbar. Ich schreibe einen ganz wichtigen Satz groß auf das Flipchart. Ballaststoffe sind die Bremse für unseren Blutzucker. Wenn ihr euch heute nur einen einzigen Satz merkt, dann diesen. Alle nicken mir zu. Was nehmt ihr denn heute mit aus der Schulung? Clara lächelt. Kohlenhydrate sind nicht böse.
Barbara Müller Heinz sagt "Mein Blutzucker steigt nicht nur von Süßigkeiten und Schokolade." Theo grinst. Eiweiß: ist nicht nur etwas fürs Fitnessstudio. Martha ergänzt: "Und gutes Fett gehört dazu." Der Willi überlegt kurz: "Ich glaube, Herbert und ich essen künftig öfter Haferflocken." Na, Herbert, sind wir für heute fertig? Barbara Müller: Sehr schön. Ich freue mich, wenn ihr beim nächsten Mal wieder mit dabei seid. Danke, dass ihr euch heute wieder Zeit genommen habt. Ich freue mich sehr, dass so viele von euch zuhören und gemeinsam mit mir Schritt für Schritt mehr über den Diabetes lernen möchten. Jeder Einzelne von euch macht sich mit jeder Folge ein Stück sicherer im Alltag.
Barbara Müller Und genau das ist das Ziel. Ich freue mich schon darauf, euch in der nächsten Folge wieder zu hören. Bis dahin wünsche ich euch eine ganz, ganz gute Zeit. Alles Liebe, Barbara. Bleibt: neugierig. Denkt immer daran: Nicht Perfektion macht den Unterschied, sondern viele kleine gute Entscheidungen jeden Tag. Wenn ihr mich unterstützen wollt, bewertet bitte den Podcast und empfehlt ihn weiter. Barbara Müller: Alles Liebe, eure Barbara.