Diabetes einfach erklärt

Diabetes einfach erklärt

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Barbara Müller: Nicht im Kühlschrank beginnt eine gesunde Ernährung, sondern in eurem Einkaufswagen. Hallo und herzlich willkommen. Hier ist wieder eure Barbara Müller, Diabetesberaterin DDG. Schön, dass ihr wieder da seid. Ich freue mich riesig und danke, dass ihr eingeschaltet habt. Heute gehen wir wieder ein Stück gemeinsam auf deinem Weg zu einem entspannten Umgang mit Diabetes.

Barbara Müller Beim letzten Mal haben wir uns angeschaut, wie ein guter Teller aussehen kann. Heute schnappen wir uns den Einkaufswagen. Denn mal ganz ehrlich Die besten Vorsätze bringen wenig, wenn am Ende doch die Schokolade lauter ruft als der Brokkoli. Aber keine Sorge, heute geht es nicht: darum, alles perfekt zu machen. Barbara Müller: Stattdessen zeige ich euch ein paar einfache Tricks, mit denen der Einkauf leichter wird und gesunde Entscheidungen fast wie von selbst im Einkaufswagen landen. Also los, wir gehen in den Supermarkt. Barbara Müller: Hallo, meine Schulungsgruppe. Schön, dass ihr wieder da seid. Wie geht es euch? Gibt's noch Fragen zur letzten Stunde? Keine Fragen? Alle schauen mich erwartungsvoll an. Auch Herbert. Hallo Herbert. Schön, dass du auch wieder da bist. Dann kann es losgehen. Heute wird es spannend, denn heute verlassen wir in unseren Gedanken unseren Schulungsraum.

Barbara Müller Heute gehen wir gemeinsam einkaufen, denn eine gesunde: Mahlzeit beginnt nicht erst am Herd. Sie beginnt bereits im Supermarkt Mich interessiert einmal: Wer von euch geht denn regelmäßig einkaufen? Alle fangen an zu lachen. Natürlich gehen alle Hände nach oben. Ja, gut, dann sind wir heute genau am richtigen Ort. Barbara Müller: Jetzt bin ich aber gaaanz neugierig. Wie lange braucht ihr ungefähr für euren Einkauf? Clara: „Ich brauche ungefähr eine Stunde." Der Heinz: „Ich bin in zwanzig Minuten fertig." Der Theo: „Ich mach mir's einfach. Ich bestelle meistens online." Ja, und jetzt kommt Tanja: „Ich renne nach Feierabend kurz durch den Supermarkt und alles fliegt in den Einkaufswagen, worauf ich Lust habe."

Barbara Müller Der Willi grinst „Ich gehe gar nicht einkaufen. Dafür gibt's ja meine: Martha. Die ist dafür zuständig." Martha verdreht die Augen. Alle fangen an zu lachen. Willi, du bist schon eine Kanone. Ich glaube, genauso sieht es in Deutschland aus. Jeder kauft anders ein. Aber fast alle machen denselben Fehler. Wir kaufen häufig aus Gewohnheit immer dieselben Produkte, die wir kennen, immer dieselbe Strecke durch den Supermarkt, ohne groß darüber nachzudenken. Barbara Müller: Heute möchte ich euch zeigen, wie schon kleine Veränderungen beim Einkauf später das Kochen und das Essen leichter machen

Barbara Müller Ich habe euch heute einen leeren Einkaufswagen mitgebracht. Einen Puppeneinkaufswagen aus der Spielwarenabteilung. Nicht wirklich,: aber stellt euch einmal vor, den dürfen wir jetzt gemeinsam füllen. Was landet als Erstes darin? Clara, was kaufst du als Erstes ein? Ich kaufe immer Milch zuerst. Der Heinz: Ich kaufe Brot. Barbara Müller: Theo: Ich brauche Kaffee, weil ich immer so müde werde beim Schreiben. Und Tanja, ich will mich ja gesund ernähren. Ich kaufe Joghurt. Und Willi, was holst du? Ich bin nur für Bier zuständig. Alles andere macht Martha. Ja, damit habe ich ja fast gerechnet, Willi. Ja, und jetzt verrate ich euch einen kleinen Trick.

Barbara Müller Wenn ihr einen Supermarkt betretet, geht zuerst einmal außen herum. Ja, warum? Dort findet ihr meistens Obst, Gemüse, Milchprodukte, Fisch, Fleisch und häufig auch Vollkornbrot. In den mittleren Gängen stehen dagegen oft: Süßigkeiten, Knabbereien, Fertiggerichte und stark verarbeitete Lebensmittel. Natürlich dürft ihr auch dort einkaufen, aber der größte Teil eures Einkaufswagens sollte aus frischen Lebensmitteln bestehen. Barbara Müller: Ich stelle euch noch mal eine Frage: Wer von euch liest beim Einkaufen denn die Zutatenliste? Ha, die Clara, die hebt die Hand. Ja, ich lächle. Damit bist du nicht allein, Clara. Die meisten Menschen schauen zuerst auf den Preis, dann auf das Mindesthaltbarkeitsdatum, dann vielleicht noch auf die Kalorien.

Barbara Müller Aber kaum jemand liest, was tatsächlich in einem Lebensmittel steckt. Und genau das üben wir heute. Ich halte zwei Müslipackungen hoch. Beide sehen total gesund aus. Auf: der einen steht Fitnessmüsli, auf der anderen Knuspermüsli mit Honig. Beide Verpackungen zeigen Getreide, Obst und ganz glückliche Menschen. Barbara Müller: Jetzt muss ich euch doch mal fragen: Welches würdet ihr kaufen? Der Theo, das Fitnessmüsli. Warum, Theo? Weil Fitness draufsteht. Ja, ich fang an zu lachen. Und genau deshalb funktioniert Werbung so gut.

Barbara Müller Jetzt machen wir ein kleines Einkaufstraining. Ich habe euch verschiedene Lebensmittel mitgebracht und ihr entscheidet, welches in unserem Einkaufswagen landet. Kommt das in unseren Einkaufswagen oder bleibt es im Regal? Es gibt kein Richtig und kein Falsch. Wir wollen einfach gemeinsam überlegen: Was ist gut und was ist nicht so gut? Barbara Müller: Ich nehme die erste Packung hoch. Naturjoghurt. Was meint ihr? Clara antwortet sofort: „Den würde ich kaufen." Warum? Weil nichts drin ist außer Joghurt. Sehr gut, Clara. Naturjoghurt enthält viel Eiweiß und keinen zugesetzten Zucker. Wenn du möchtest, kannst du ihn später selbst mit frischem Obst, Beeren oder etwas Zimt verfeinern.

Barbara Müller Nach Geschmack. Jetzt nehme ich einen Fruchtjoghurt. Und dieser? Tanja sagt „Barbara, der schmeckt mir besser." Ja, ich lächle. Das höre ich ganz oft, Tanja. Jetzt schauen wir aber mal auf die Zutatenliste. Ich lese langsam vor. An erster Stelle Zucker, an zweiter Glukosesirup, an dritter Stelle Fruchtzubereitung und dann noch ganz viele andere Sachen.: Barbara Müller: Was fällt euch auf? Der Heinz sagt: „Der Zucker steht ziemlich weit vorne." Genau. Bei der Zutatenliste gilt eine einfache Regel: Was ganz vorne steht, ist am meisten enthalten. Das ist ein ganz einfacher Trick, den jeder beim Einkaufen anwenden kann. Schaut immer, was an erster Stelle steht. Ich halte jetzt zwei Brote hoch, ein helles Toastbrot und ein Vollkornbrot. Barbara Müller: Welches würdet ihr wählen? Der Theo antwortet: „Natürlich das Vollkornbrot." Ja. Und warum? Weil wir letzte Woche gelernt haben, dass Vollkorn mehr Ballaststoffe hat. Das heißt, mein Blutzucker steigt ganz langsam. Genau. Ballaststoffe helfen dabei, dass wir länger satt bleiben und der Blutzucker langsamer ansteigt.

Barbara Müller: Jetzt wird's etwas schwieriger. Ich halte zwei Brote hoch. Auf dem ersten steht „Mehrkornbrot", auf dem zweiten „hundert Prozent Vollkornbrot". Welches würdet ihr kaufen? Jetzt ist es erst mal ganz still. Ich lächle. Das ist eine kleine Falle. Viele Menschen glauben, Mehrkorn bedeutet automatisch Vollkorn. Das stimmt aber nicht.

Barbara Müller Mehrkorn bedeutet nur, dass verschiedene Getreidesorten verwendet wurden. Das können trotzdem helle Mehle sein. Ein echtes Vollkornbrot erkennst du daran, dass in der Zutatenliste Vollkornmehl oder Vollkornschrot steht. Als Nächstes kommt eine Packung Müsli.: Auf der Vorderseite steht „Mit Honig", daneben ohne Zuckerzusatz. Barbara Müller: Klingt gesund, oder? Alle nicken. Ich drehe die Packung um. Jetzt schauen wir gemeinsam auf die Zutatenliste. Ich lese euch das einmal vor. Dattelpaste, Traubensaftkonzentrat, Apfelsaftkonzentrat und Honig. Seht ihr? Nur weil kein Haushaltszucker zugesetzt wurde, heißt das noch lange nicht, dass wenig Zucker enthalten ist.

Barbara Müller Deshalb lohnt sich immer ein Blick auf die Zutatenliste. Der Theo meldet sich. Also Barbara, die Werbung kann ganz schön täuschen. Ja, Theo, da hast du recht. Die Vorderseite verkauft das Produkt. Die Rückseite verrät euch,: was wirklich drinsteckt. Ich möchte euch heute einen Merksatz mitgeben. Der wichtigste Teil einer Verpackung ist nicht die Vorderseite. Barbara Müller: Der wichtigste Teil ist die Zutatenliste. Und jetzt habe ich noch einen Tipp, der vielen meiner Teilnehmer geholfen hat. Geht niemals hungrig einkaufen. Und wisst ihr auch warum? Wer hungrig einkauft, kauft meistens mehr. Und oft landen dann Süßigkeiten, Knabbereien oder Fertiggerichte im Einkaufswagen.

Barbara Müller Wenn ihr vor eine Kleinigkeit esst, trefft ihr meistens deutlich bessere Entscheidungen. Und Willi? Barbara, jetzt weiß ich, warum Martha vor dem Einkaufen immer erst einmal einen Kaffee trinken möchte. Ich fange an zu lachen. Willi, deine Martha ist eben eine sehr kluge Frau.: Barbara Müller: Zum Schluss möchte ich euch noch etwas mit auf den Weg geben. Perfekt einkaufen muss niemand. Auch mein Einkaufswagen sieht nicht jeden Tag gleich aus. Und es geht auch nicht darum, alles richtig zu machen. Es geht darum, jede Woche ein oder zwei gute Entscheidungen mehr zu treffen. Vielleicht heute Naturjoghurt statt Fruchtjoghurt.

Barbara Müller Nächste Woche vielleicht Vollkornbrot statt Toast. Beim nächsten Einkauf Mineralwasser statt Limonade. Viele kleine Veränderungen ergeben mit der Zeit einen ganz großen Erfolg. Ich schaue in die Runde. Mich interessiert noch eine Frage Was werdet ihr bei eurem nächsten Einkauf anders machen? Klara. Ich lese künftig die: Zutatenliste. Barbara Müller: Und Heinz? Ich nehme Naturjoghurt und mische mein Obst selbst hinein. Theo, was machst du? Ich gehe nicht mehr hungrig einkaufen. Und Tanja? Ich lasse mich nicht mehr nur von der Werbung auf der Vorderseite beeinflussen. Der Willi grinst. Ich begleite Martha jetzt öfter zum Einkaufen. Martha lächelt. Willi, das höre ich aber gerne. Barbara Müller: Wunderbar. Dann haben wir für heute unser Ziel erreicht. Ihr müsst alle keine Ernährungsexperten werden, aber wenn ihr künftig bewusster einkauft, habt ihr den ersten Schritt bereits geschafft. Denn ein guter Einkauf ist der Anfang einer guten Mahlzeit. Ich freue mich schon auf unsere nächste Schulung.

Barbara Müller Zum Schluss noch ein Gedanke für euch.: Barbara Müller: Super, dass du heute dabei warst. Vielleicht nimmst du dir bei einem nächsten Einkauf nur eine kleine Veränderung vor. Mehr muss es gar nicht sein, denn viele kleine Schritte bringen dich oft weiter als ein riesiger Sprung. In der nächsten Folge wird es richtig spannend. Kennst du das? Du hast eigentlich gerade gegessen und plötzlich rufen Schokolade, Chips oder Gummibär ganz laut deinen Namen.

Barbara Müller Warum passiert das? Ist das wirklich Hunger oder steckt etwas ganz anderes dahinter? Genau das schauen wir uns beim nächsten Mal an. Und ich verspreche euch, nach dieser Folge werdet ihr den Heißhunger mit ganz anderen Augen betrachten. Bis dahin wünsche ich euch allen: viel Freude beim Einkauf. Und denkt daran: Nicht der perfekte Einkauf zählt, sondern der nächste gute Schritt. Barbara Müller: Danke, dass ihr heute mit dabei wart. Ich freue mich schon auf die nächste Folge mit euch. Alles Liebe, eure Barbara. Wenn ihr mich unterstützen wollt, bewertet bitte den Podcast und empfehlt ihn weiter. Und tschüss, eure Barbara.