Schulungspodcast Diabetes - Folge 6: Kohlenhydrate berechnen ohne Kopfzerbrechen
In dieser Episode erfahrt ihr:
- was KE und BE bedeuten
- warum es zwei verschiedene Berechnungssysteme gibt
- wie Sie Kohlenhydrate im Alltag einfacher einschätzen
- was der glykämische Index beschreibt
- warum die glykämische Last oft wichtiger ist als der glykämische Index
- weshalb Eiweiß, Fett und Ballaststoffe den Blutzuckeranstieg beeinflussen
- warum Sie keine Angst vor Zahlen haben müssen
Kohlenhydrate sind der Treibstoff deines Körpers. Aber nicht jeder Treibstoff wirkt gleich. In dieser Folge erklärt Barbara Müller, Diabetesberaterin DDG, wie du Kohlenhydrate verstehtst, ohne dich in Zahlen zu verlieren.
BE und KE – zwei Lineale für dasselbe
Barbara Müller beginnt mit den Begriffen BE und KE. BE steht für Broteinheit und bedeutet zwölf Gramm Kohlenhydrate. KE steht für Kohlenhydrateinheit und bedeutet zehn Gramm Kohlenhydrate. Der Unterschied ist klein. Barbara Müller vergleicht es mit zwei verschiedenen Linealen, die dasselbe messen. Wenn du eine BE- oder KE-Tabelle nutzt, weißt du ungefähr, wie viel Kohlenhydrate in einem Lebensmittel stecken.
Schnelle und langsame Kohlenhydrate Nicht jedes Lebensmittel lässt den Blutzucker gleich schnell ansteigen. Barbara Müller erklärt das mit dem Bild eines Sportwagens und eines Traktors. Traubenzucker fährt wie ein Sportwagen: Der Blutzucker steigt sehr schnell an. Ein Linseneintopf fährt wie ein Traktor: Der Blutzucker steigt langsam und gemütlich.
Der glykämische Index (GI) Der glykämische Index gibt an, wie schnell ein Lebensmittel den Blutzucker ansteigen lässt. Ein hoher GI bedeutet einen schnellen Anstieg. Ein niedriger GI bedeutet einen langsamen Anstieg. Barbara Müller nennt den GI die Geschwindigkeit des Lebensmittels.
Die glykämische Last (GL) Der glykämische Index allein reicht aber nicht aus. Barbara Müller zeigt das Beispiel einer Wassermelone. Die Wassermelone hat einen relativ hohen glykämischen Index. Eine normale Portion enthält aber gar nicht so viele Kohlenhydrate. Deshalb ist die glykämische Last oft gar nicht so hoch. Die glykämische Last berücksichtigt also nicht nur die Geschwindigkeit, sondern auch die Menge.
Barbara Müller vergleicht das mit einer Autobahn. Der glykämische Index sagt, wie schnell die Autos fahren. Die glykämische Last sagt, wie viele Autos unterwegs sind. Eine leere Autobahn macht keinen Stau.
Kann ich den glykämischen Index verändern? Ja, das geht. Barbara Müller erklärt, dass Eiweiß, Fett und Ballaststoffe den Blutzuckeranstieg oft bremsen. Wenn du Weißbrot allein isst, steigt der Blutzucker schneller. Wenn du das Weißbrot mit Butter und Käse isst, steigt er langsamer an. Eine Mahlzeit mit Fett und Eiweiß ist also günstiger als ein einzelnes Lebensmittel allein.
Musst du ständig rechnen? Barbara Müller nimmt die Angst vor den Zahlen. Eine BE- oder KE-Berechnung brauchst du nur, wenn du zu den Mahlzeiten Insulin spritzt und dafür die Kohlenhydrate berechnen muss. Für alle anderen gilt: Der Taschenrechner darf liegen bleiben. Wichtig ist, dass du weißt, was der glykämische Index und die glykämische Last bedeuten. Kohlenhydrate sind nicht alle gleich. Manche schicken den Blutzucker mit dem Expressaufzug nach oben. Andere nehmen gemütlich die Treppe.
Nicht nur was du isst, sondern auch wie viel entscheidet über den Blutzuckerverlauf.
Alltagstipps
Nutze Tabellen oder Apps, um dich anfangs zu orientieren. Mit der Zeit entwickelst du ein gutes Gefühl. Vermeide nicht einzelne Lebensmittel, sondern achte auf die gesamte Mahlzeit. Lass dich von Zahlen nicht verrückt machen. Verstehen ist wichtiger als auswendig lernen. Nicht Perfektion macht den Unterschied, sondern Wissen, das dir im Alltag hilft.
Hinweis: Dieser Podcast ersetzt keine ärztliche Beratung oder Behandlung. Wenn du Fragen zu deiner individuellen Ernährung oder Medikation hast, wende dich an deine Ärztin oder deinen Arzt. Wenn dir diese Folge gefallen hat, unterstütze mich mit einem Abo und einer positiven Bewertung hier im Podcast-Player! Empfiehl den Podcast weiter! Mehr Infos zu Diabetes, Hilfe für Angehörige und Fachpersonal und zuckerarme Rezepte gibt's auf meiner Website und meinem Instagram-Kanal.
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