Barbar Müller: Nicht die Mathematik bestimmt deinen Blutzucker, sondern das Verständnis für dein Essen. Freut euch auf die vielen Aha-Momente, die praktischen Beispiele und jede Menge Lache. Hallo ihr Lieben, hier ist wieder Barbara Müller, Diabetesberaterin DDG. Wie schön, dass ihr wieder dabei seid. Ich freue mich riesig.
Barbar Müller Und natürlich ist Herbert auch dabei. Ja, hallo Herbert. Heute wird gerechnet. Herbert schaut Barbara an. "Oh , Willi wird plötzlich ganz blass. Barbara, bitte sag jetzt nicht Mathe." Alle fangen an zu lachen. Ich auch. Keine Sorge, Willi. Heute gibt es keine Klassenarbeit. Er atmet aus. "Ich dachte: schon, Barbara, ich müsste meinen Taschenrechner mitbringen." Barbar Müller: KE, BE. Hilfe. Hilfe für viele Menschen, aber der Albtraum. Ich schreibe zwei große Buchstaben auf das Flipchart. BE, darunter KE. Der Heinz, der runzelt die Stirn. "Barbara, das sieht aus wie mein Nummernschild." Alle fangen an zu lachen. "Ja, Heinz", ich nicke, "das könnte man tatsächlich denken." BE bedeutet Broteinheit.
Barbar Müller KE bedeutet Kohlenhydrateinheit. Die Clara fragt "Ja und Barbara, was ist denn der Unterschied?" Eigentlich, Clara, gar nicht so viel. Ich schreibe an das Flipchart Ein BE sind gleich zwölf Gramm Kohlenhydrate. Ein: KE sind zehn Gramm Kohlenhydrate. Der Theo schaut ganz erstaunt. "Also Barbara, sind das einfach zwei verschiedene Lineale." Barbar Müller: Ja genau, das ist der beste Vergleich des Tages. Ja, warum gibt es denn überhaupt KE und BE? Barbar Müller: Ich nehme einen kleinen Benzinkanister. Erinnert ihr euch noch? Kohlenhydrate sind der Treibstoff unseres Körpers. Alle nicken. Und manchmal möchten wir ungefähr wissen, wie viel Treibstoff wir gerade essen. Der Willi meldet sich. Wie beim Tanken. Ganz genau, Willi. Nur tanken wir heute Kartoffel. Alle fangen an zu lachen.
Barbar Müller Und wer grunzt? Der Herbert. Herbert ist heute ganz begeistert.: Barbar Müller: Das KH-Rätsel. Ich lege auf den Tisch eine Scheibe Brot, eine Kartoffel, eine Banane, einen Apfel und eine kleine Portion Reis. Was glaubt ihr, wo stecken die meisten Kohlenhydrate drin? Jetzt fliegen die Antworten durcheinander. Der Theo zeigt auf die Banane, die Clara auf das Brot, Willi auf die Kartoffel. Barbar Müller: Ich fang an zu lachen. Ja, und genau deshalb gibt es Tabellen für die Lebensmittel. Mit der Zeit entwickelt ihr aber ein gutes Gefühl. Bald kennt ihr euch damit gut aus. Heinz schaut ganz besorgt. "Barbara, ich kann mir doch nicht tausend Zahlen merken." Nein, Heinz, das sollst du auch nicht. Ich nehme mein Smartphone.
Barbar Müller Heute gibt es Tabellen, es gibt Apps, es gibt Ernährungshilfen. Jetzt fängt: Theo an zu lachen. "Oh, Barbara, dann darf mein Handy endlich mal etwas Sinnvolles machen." Alle fangen an zu lachen. Ja, da hast du recht, Theo. Jetzt wird's ganz spannend. Ich male zwei Autos. Ein Sportwagen und- Barbar Müller: Und einen Traktor Barbar Müller: Was meint ihr? Welches Fahrzeug ist schneller? „Na klar, der Sportwagen", ruft Theo. Und genau so gibt es auch schnelle und langsame Kohlenhydrate
Barbar Müller Ich schreibe ganz groß an das Flipchart Glykämischer Index. Theo schaut auf das Wort. „Barbara, kannst du das bitte noch einmal langsam sagen?" Alle fangen an zu lachen. Ich grinse auch. „Ab heute, Theo,: nennen wir das einfach GI." Der Willi nickt total erleichtert. „Das kann sogar ich aussprechen." Ich male eine Startampel. Barbar Müller: „Der glykämische Index bedeutet, wie schnell ein Lebensmittel den Blutzucker ansteigen lässt." Ich male wieder einen Sportwagen. „Wenn es ein hoher GI ist, dann ist es ganz rasant der Blutzuckeranstieg wie mit einem Sportwagen." Barbar Müller: Daneben ein Traktor
Barbar Müller Das bedeutet niedriger GI. Der Heinz nickt. Also geht es um die Geschwindigkeit. Ganz genau, Heinz. Unser Herbert, der wird jetzt Rennfahrer. Ich stelle Herbert, unser Schwein, auf einen kleinen Spielzeugsportwagen.: Barbar Müller: Heute fährt Herbert. Ja, ich mache mit. Ich schiebe den Wagen ganz schnell über den Tisch. So verhält sich Traubenzucker. Dann stelle ich Herbert auf einen Traktor und schiebe ihn ganz, ganz langsam. Und so steigt ungefähr zum Beispiel ein Linseneintopf. Der Theo lacht. Der Herbert hat heute zwei Führerscheine. Barbar Müller: Aber jetzt kommt der Haken.
Barbar Müller Glykämische Last. Alle stöhnen. Noch ein Fremdwort. Ich fang an zu lachen. Jetzt kommt das Wichtigste: überhaupt. Ich lege eine riesige Wassermelone auf den Tisch. Die Wassermelone hat einen relativ hohen glykämischen Index. Billy schaut ganz erschrocken. "Na, siehst du, Heinz? Ich wusste es doch, die Wassermelone ist schlecht." Barbar Müller: Ich schneide eine kleine Scheibe ab. "Moment. Eine Portion Wassermelone enthält gar nicht so viele Kohlenhydrate." Ich male einen kleinen Eimer. "Deshalb ist die glykämische Last oft gar nicht so hoch." Jetzt lächelt Clara. "Also zählt nicht nur die Geschwindigkeit, sondern auch die Menge." "Genau, Clara, du hast es erfasst.
Barbar Müller Und das ist die glykämische Last. Jetzt kommt mein Autobahnbeispiel." Ich male zwei Straßen, eine Autobahn und einen Feldweg. "Der: glykämische Index sagt, wie schnell die Autos fahren." Dann male ich ganz, ganz viele Autos. "Die glykämische Last sagt, wie viele Autos überhaupt unterwegs sind." Jetzt fängt der Theo an zu lachen. Barbar Müller: "Eine leere Autobahn macht keinen Stau." "Ja", ich klatsche in die Hände. "Perfekt erklärt, Theo." "Kann ich den GI verändern?" Das fragt der Theo. "Ja, na klar, Theo." Ich lege Weißbrot, Butter und Käse und Tomaten auf den Tisch. "Was passiert, wenn ich alles zusammen esse?" Die Clara überlegt. "Dann wird der Blutzucker langsamer ansteigen, als wenn ich nur Weißbrot esse."
Barbar Müller "Ganz genau, Clara. Eiweiß, Fett und Ballaststoffe bremsen häufig den Anstieg." Der Heinz staunt.: "Dann ist eine Mahlzeit mit Fett und Eiweiß viel schlauer als ein einzelnes Lebensmittel. Zum Beispiel eine Laugenbrezel. Die steigt ja ganz schnell. Aber eine Laugenbrezel mit Butter und Käse wäre langsamer. Und ich denke, ein Vollkornbrot mit Butter und Käse wäre noch langsamer." Barbar Müller: "Ja, super. Genau, Heinz, du hast es verstanden." Barbar Müller: Muss man jetzt ständig rechnen? Ich schaue in die Runde. Wer hat jetzt Angst vor KE, BE, GI, KL? Es meldet sich niemand. Clara grinst. "Ich habe noch Angst vor den langen Wörtern." Ich nicke. "Genau, das wollte ich erreichen, dass ihr davor keine Angst habt. Die Zahlen sollen euch helfen, nicht euch das Leben schwer machen.
Barbar Müller: Eine BEKE-Berechnung braucht ihr eigentlich nur, wenn ihr zu den Mahlzeiten Insulin spritzt und dafür die Kohlenhydrate berechnen müsst. Für alle anderen heißt es: Keine Panik auf der Titanic. Der Taschenrechner darf liegen bleiben. Wichtig ist aber, dass alle wissen, was der glykämische Index und was die glykämische Last bedeutet.
Barbar Müller Denn Kohlenhydrate sind nicht alle gleich. Manche schicken den Blutzucker mit dem Expressaufzug nach oben, andere nehmen gemütlich die Treppe. Also BEKE rechnen nur, wer es braucht. Was GI und GL ist, solltet ihr wissen. Ganz wichtig Jetzt kommt der Merksatz des Tages. Ich schreibe es ganz groß an das Flipchart.": Barbar Müller: Nicht nur was du isst, sondern auch wie viel entscheidet über den Blutzuckerverlauf. Der Herbert grunzt. Ich glaube, Herbert hat sich das auch gemerkt Barbar Müller: Jetzt kommen wir zur Abschlussrunde. Ich schaue in die Runde. Ihr Lieben, was nehmt ihr denn heute mit? Die Klara: „KE und PE sind gar nicht so schlimm." Der Heinz: „Der glykämische Index ist nur die Geschwindigkeit." Der Theo meint: „Und die glykämische Last ist die Verkehrsmenge." Und Tanja: „Isch muss keine Angst mehr vor einer Scheibe Wassermelone haben."
Barbar Müller Die ganze Gruppe fängt an zu lachen. Ich nehme Herbert in die Hand. Beim nächsten Mal sprechen wir über ein: Thema, das oft unterschätzt wird. Wir sprechen über das Thema: Wie verhalte ich mich in einem Restaurant? Was muss ich beachten? Herbert grinst zustimmend. Bis dahin wünsche ich euch viele entspannte Mahlzeiten. Barbar Müller: Lasst euch von Zahlen nicht verrückt machen. Verstehen ist wichtiger als auswendig lernen. Und denkt immer daran: Nicht Perfektion macht den Unterschied, sondern Wissen, das euch im Alltag hilft. Alles Liebe, eure Barbara. Wenn ihr mich unterstützen wollt, bewertet bitte den Podcast und empfehlt ihn weiter. Barbar Müller: Alles Liebe und tschüss, hier war Barbara.